Was kostet die Versicherung einer Photovoltaikanlage?
Die Versicherung ist die günstigste Position im Betrieb und die mit den größten Unterschieden im Leistungsumfang. Der Preis allein sagt darüber wenig.
Bild: KI-erzeugtAls Zuschlag zur Gebäudeversicherung meist 20 bis 80 Euro im Jahr, als eigene Photovoltaikversicherung 60 bis 150 Euro für eine Anlage mit 10 Kilowatt-Peak. Der Umfang unterscheidet sich erheblich.
Die beiden Wege
Der Zuschlag zur bestehenden Wohngebäudeversicherung deckt die Anlage gegen die dort versicherten Gefahren ab, also typischerweise Feuer, Sturm ab Windstärke 8, Hagel und Leitungswasser. Er kostet 20 bis 80 Euro im Jahr. Eine eigene Photovoltaikversicherung ist eine Allgefahrendeckung und schließt zusätzlich Diebstahl, Tierverbiss, Überspannung, Bedienungsfehler, Konstruktionsfehler und häufig auch Ertragsausfall ein. Sie kostet 60 bis 150 Euro für eine 10-kWp-Anlage.
Was der Unterschied praktisch bedeutet
Die häufigsten Schäden an Photovoltaikanlagen sind nicht Feuer und Sturm, sondern Überspannung nach entferntem Blitzeinschlag und Marderverbiss an den Gleichstromleitungen. Beide sind in der reinen Gebäudedeckung oft ausgeschlossen. Ein zerstörter Wechselrichter kostet 1.200 bis 2.500 Euro, eine durchgebissene Strangleitung samt Fehlersuche und Gerüst 500 bis 1.500 Euro.
Der Ertragsausfall
Er ist der Posten, den man am ehesten übersieht. Fällt eine 10-kWp-Anlage im Juni für 6 Wochen aus, gehen rund 1.300 Kilowattstunden verloren, bewertet mit einem Mischsatz von 20 Cent also 260 Euro. Bei größeren Anlagen wird daraus schnell ein vierstelliger Betrag. Eine Ertragsausfalldeckung kostet wenige Euro Aufpreis und zahlt je Ausfalltag einen vereinbarten Betrag.
Was Versicherer verlangen
Verbreitet sind ein Überspannungsschutz auf beiden Seiten, eine fachgerechte Errichtung durch einen eingetragenen Betrieb, die Anzeige der Anlage und teils eine wiederkehrende Prüfung. Werden diese Obliegenheiten verletzt, kann die Leistung gekürzt werden. Deshalb gehört ein Blick in die Bedingungen zum Vertragsabschluss und nicht zum Schadensfall.
Die Haftpflichtfrage
Löst sich ein Modul und beschädigt ein fremdes Fahrzeug oder verletzt jemanden, greift die private Haftpflicht nicht in jedem Fall. Viele Verträge decken Anlagen bis zu einer bestimmten Größe mit ab. Wer vermietet oder Strom an Dritte liefert, braucht eine Betreiberhaftpflicht, die meist unter 100 Euro im Jahr kostet.
Zur Einordnung über 20 Jahre: 100 Euro im Jahr ergeben 2.000 Euro. Ein einziger Überspannungsschaden am Wechselrichter kostet mehr als die Hälfte davon.
Prüfen Sie beim Abschluss drei Punkte: die Versicherungssumme, den Einschluss von Überspannung und Tierbiss und die Frage, ob Ertragsausfall gedeckt ist. Diese drei entscheiden über den Wert der Police.
Ein Hinweis zur Versicherungssumme: Sie sollte den Wiederbeschaffungswert abbilden, nicht den Kaufpreis von damals. Bei stark gefallenen Modulpreisen kann sie niedriger liegen, bei gestiegenen Montagekosten höher.
Melden Sie außerdem jede Erweiterung. Eine Anlage, die von 8 auf 14 Kilowatt-Peak wächst, ist mit der alten Summe unterversichert, und im Schadensfall wird anteilig gekürzt.
Prüfen Sie zuletzt, ob der Speicher eingeschlossen ist. Er ist oft die teuerste Einzelposition der Anlage und in manchen Policen nicht automatisch mitversichert. Und melden Sie den Einbau einer Wallbox oder Wärmepumpe mit, weil beide die Versicherungssumme des Gebäudes verändern und in manchen Verträgen eigens genannt werden müssen.