Wann hat sich eine Photovoltaikanlage bezahlt gemacht?
Die Amortisationszeit ist die meistgenannte und die am häufigsten falsch gerechnete Zahl im Angebotsgespräch. Sie hängt an vier Werten, die man selbst einsetzen kann.
Bild: KI-erzeugtBei üblichen Preisen und einem Eigenverbrauch von 30 Prozent nach 9 bis 13 Jahren. Mit hohem Eigenverbrauch und ohne Speicher kann es schneller gehen, mit großem Speicher dauert es länger.
Die Rechnung
Jahresnutzen ist Eigenverbrauch mal Strompreis plus Einspeisung mal Vergütung. Bei einer Anlage mit 10 kWp, 9.500 Kilowattstunden Ertrag, 2.800 Kilowattstunden Eigenverbrauch, 35 Cent Strompreis und 8 Cent Vergütung ergibt das 980 Euro plus 536 Euro, zusammen 1.516 Euro. Bei einem Anschaffungspreis von 15.000 Euro sind das knapp 10 Jahre. Diese Rechnung ist bewusst einfach gehalten und ignoriert Zinsen und Preissteigerungen, die sich gegenseitig teilweise aufheben.
Was die Rechnung verkürzt
Ein höherer Eigenverbrauch. Wer statt 30 Prozent 50 Prozent selbst nutzt, hebt den Nutzen bei gleicher Anlage von 1.516 auf rund 1.900 Euro und verkürzt die Amortisation um etwa 2 Jahre. Erreichbar ist das über Wärmepumpe, Wallbox, Warmwasserbereitung und eine Verlagerung von Waschmaschine und Spülmaschine in die Mittagsstunden.
Was sie verlängert
Ein Speicher. Er kostet 4.000 bis 7.200 Euro und hebt den Eigenverbrauch um grob 1.500 bis 2.200 Kilowattstunden, also um 500 bis 750 Euro Jahresnutzen. Seine eigene Amortisation liegt damit bei 8 bis 14 Jahren und damit nahe an seiner Lebensdauer. Er verbessert die Autarkie, aber selten die Rendite. Ebenfalls verlängernd wirken laufende Kosten: Messstellenbetrieb 20 bis 130 Euro, Versicherung 60 bis 150 Euro, Rücklage für den Wechselrichtertausch.
Die Positionen, die regelmäßig fehlen
Der Wechselrichtertausch nach 10 bis 15 Jahren mit 1.200 bis 2.500 Euro, die Messstellenkosten über 20 Jahre mit 800 bis 2.400 Euro und die Versicherung mit 1.200 bis 3.000 Euro. Zusammen sind das 3.200 bis 7.900 Euro, die in vielen Angebotsrechnungen nicht auftauchen und die Amortisation um 2 bis 4 Jahre verschieben.
Was die Anlage danach leistet
Nach der Amortisation liefert sie weiter. Bei einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren bleiben 12 bis 20 Jahre reiner Ertrag. Über die gesamte Laufzeit ergibt sich damit ein Überschuss, der bei üblichen Annahmen dem Anschaffungspreis entspricht oder ihn übersteigt. Als Rendite ausgedrückt liegen typische Anlagen bei 4 bis 7 Prozent im Jahr.
Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Strompreis, nicht mit einem angenommenen. Zwischen 28 und 42 Cent liegen bei 2.800 Kilowattstunden Eigenverbrauch rund 390 Euro Unterschied im Jahr.
Und rechnen Sie ohne Strompreissteigerung. Wer 3 Prozent jährlich unterstellt, verkürzt die Amortisation rechnerisch um 1 bis 2 Jahre und baut eine Annahme in die Entscheidung ein, die niemand belegen kann.
Vorsicht bei Rechnungen, die mit einer Strompreissteigerung von 4 oder 5 Prozent im Jahr arbeiten. Über 20 Jahre verdoppelt sich der Preis damit rechnerisch, und die Amortisation verkürzt sich um mehrere Jahre. Diese Annahme ist eine Prognose, keine Grundlage.
Rechnen Sie konservativ und lassen Sie die Preissteigerung als Zusatznutzen offen. Wenn sie eintritt, verbessert sie das Ergebnis; wenn nicht, war die Entscheidung trotzdem richtig.