Wie groß sollte die Anlage für einen Haushalt sein?
Die Frage nach der richtigen Größe wird meist zu klein beantwortet. Der Grund ist eine Rechnung, die den Eigenverbrauch überbewertet und die Fixkosten übersieht.
Bild: KI-erzeugtSo groß, wie das Dach hergibt. Als Untergrenze gilt etwa 1 Kilowatt-Peak je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch, nach oben lohnt jede zusätzliche Fläche, weil die Fixkosten gleich bleiben.
Warum größer meist besser ist
Gerüst, Anfahrt, Elektroinstallation, Anmeldung und Inbetriebnahme fallen unabhängig von der Modulzahl an. Bei einer Anlage mit 5 Kilowatt-Peak verteilen sie sich auf wenig Leistung, bei 15 Kilowatt-Peak auf viel. Deshalb sinkt der Preis je Kilowatt-Peak mit der Größe deutlich, von grob 1.800 Euro bei kleinen Anlagen auf 1.200 Euro bei großen. Jedes zusätzliche Modul kostet praktisch nur noch Material und Montagezeit.
Die untere Grenze
Eine Anlage sollte den Sommerbedarf decken können. Als Faustregel gilt 1 Kilowatt-Peak je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Für einen Haushalt mit 4.500 Kilowattstunden sind das 4,5 Kilowatt-Peak als Untergrenze. Mit Wärmepumpe kommen 3 bis 5 Kilowatt-Peak hinzu, mit Elektroauto 1,5 bis 2. Damit landet ein durchschnittliches Einfamilienhaus schnell bei 9 bis 12 Kilowatt-Peak.
Die obere Grenze
Drei Schwellen sind zu beachten. Bei 30 Kilowatt-Peak endet die Einkommensteuerbefreiung für Einfamilienhäuser. Bei 100 Kilowatt beginnt die Pflicht zur Direktvermarktung. Und ab einer bestimmten Leistung verlangt der Netzbetreiber ein intelligentes Messsystem und Fernsteuerbarkeit. Für ein Wohnhaus ist damit praktisch 29,9 Kilowatt-Peak die sinnvolle Obergrenze.
Was die Fläche hergibt
Ein modernes Modul mit 430 Watt misst rund 2 Quadratmeter. Für 10 Kilowatt-Peak braucht es also 23 bis 24 Module und etwa 46 Quadratmeter belegbare Fläche. Abzuziehen sind Abstände zu Firsten, Traufen und Ortgängen, Dachfenster, Kamine und Brandwandabstände. Von einer Dachhälfte mit 60 Quadratmetern bleiben so oft nur 45 bis 50 nutzbar.
Was gegen sehr große Anlagen spricht
Wenig, solange die Steuergrenze eingehalten wird. Der Überschuss wird eingespeist und vergütet, wenn auch niedrig. Rechnerisch sinkt die Eigenverbrauchsquote, der absolute Nutzen steigt trotzdem. Wer später eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto anschafft, hat die Reserve bereits auf dem Dach, und eine Erweiterung kostet ein Vielfaches der ursprünglichen Kosten je Kilowatt.
Zur Einordnung: Der Unterschied zwischen 8 und 12 Kilowatt-Peak kostet bei 1.300 Euro je Kilowatt rund 5.200 Euro und bringt 3.800 Kilowattstunden mehr im Jahr.
Eine spätere Erweiterung um dieselben 4 Kilowatt-Peak kostet dagegen leicht 7.000 bis 9.000 Euro, weil Gerüst, Anfahrt und Anmeldung erneut anfallen. Wer plant, plant deshalb einmal groß.
Ein weiterer Punkt betrifft die Wechselrichterauslegung. Üblich ist ein Verhältnis von 80 bis 100 Prozent Wechselrichterleistung zur Modulleistung. Eine Anlage mit 12 Kilowatt-Peak läuft also gut an einem 10-Kilowatt-Gerät, weil die Spitzenleistung ohnehin nur an wenigen Stunden im Jahr erreicht wird. Der Verlust liegt bei 1 bis 2 Prozent, die Ersparnis beim Gerät deutlich darüber.
Denken Sie außerdem an die Zukunft. Wer heute ohne Wärmepumpe plant, sollte trotzdem die Fläche belegen: Eine Erweiterung um 4 Kilowatt-Pead kostet später fast so viel wie eine kleine Anlage, weil Gerüst, Anfahrt und Anmeldung erneut anfallen.
- Fraunhofer ISE, Daten zu erneuerbaren Energien in Deutschland
- § 3 EStG, Steuerfreie Einnahmen (Gesetze im Internet)