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Photovoltaik · Ertrag & Kosten

Wie viel Ertrag geht durch Schnee verloren?

Schnee auf den Modulen wirkt dramatisch und ist wirtschaftlich fast bedeutungslos. Der Grund ist die extrem ungleiche Verteilung des Jahresertrags.

Wie viel Ertrag geht durch Schnee verloren?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Über das Jahr gerechnet 1 bis 4 Prozent, in schneereichen Lagen mehr. Weil im Dezember und Januar ohnehin nur etwa 6 Prozent des Jahresertrags anfallen, fällt der Verlust wirtschaftlich kaum ins Gewicht.

Warum der Verlust klein bleibt

Von 9.500 Kilowattstunden Jahresertrag einer 10-kWp-Anlage entfallen auf Dezember und Januar zusammen typischerweise 400 bis 600 Kilowattstunden, also etwa 5 bis 6 Prozent. Selbst wenn in diesen beiden Monaten die Hälfte des Ertrags durch Schnee verloren ginge, wären das rund 250 Kilowattstunden im Jahr, bewertet mit 20 Cent also 50 Euro. In schneereichen Lagen mit langen Bedeckungszeiten steigt der Wert, bleibt aber im niedrigen dreistelligen Bereich. Wer die Anlage deswegen anders auslegt, optimiert an der falschen Stelle.

Wann Schnee liegen bleibt

Entscheidend sind Neigung, Oberfläche und Temperatur. Ab etwa 30 Grad Neigung rutscht Neuschnee bei Sonneneinstrahlung meist innerhalb von ein bis zwei Tagen ab, weil die dunkle Modulfläche unter der Schneedecke Licht aufnimmt und antaut. Unter 20 Grad bleibt er länger liegen. Rahmenlose Module und glatte Oberflächen begünstigen das Abrutschen, ein hoher Rahmen an der Unterkante hält den Schnee dagegen fest. Auf Flachdächern mit flacher Aufständerung bleibt Schnee am längsten liegen.

Warum man Module nicht abfegen sollte

Die Gefahr steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Ein verschneites Dach zu betreten ist gefährlich, und jeder Kontakt mit harten Gegenständen kann Mikrorisse in den Zellen erzeugen, die dauerhaft Leistung kosten und im Zweifel die Garantie berühren. Wer 50 Euro Jahresertrag gegen eine Absturzgefahr und einen möglichen Modulschaden von mehreren hundert Euro stellt, hat die Entscheidung bereits getroffen.

Die Schneelast als eigentliches Thema

Wichtiger als der Ertrag ist die Statik. Module und Unterkonstruktion wiegen je Quadratmeter 15 bis 25 Kilogramm, Schnee kann je nach Zone und Höhenlage 100 bis über 400 Kilogramm je Quadratmeter hinzufügen. Die zulässige Druckbelastung der Module wird in Pascal angegeben, üblich sind 5.400 Pascal, was rund 550 Kilogramm je Quadratmeter entspricht. Entscheidend ist aber nicht das Modul, sondern der Dachstuhl darunter, und dessen Reserve gehört bei alten Gebäuden geprüft.

Was sich sinnvoll planen lässt

Eine Neigung über 30 Grad, wenn die Dachform sie hergibt. Eine Modulanordnung, bei der die untere Reihe nicht auf einer Kante aufsitzt, an der sich Schnee staut. Und in Regionen mit hoher Schneelast eine Unterkonstruktion mit engerem Trägerabstand. Alle drei Punkte kosten in der Planung nichts und wirken über die gesamte Laufzeit.

Zur Einordnung des Winterertrags: Eine gut ausgerichtete Anlage liefert im Dezember an klaren Tagen durchaus 5 bis 10 Kilowattstunden je 10 Kilowatt-Peak. Das reicht für die Grundlast eines Haushalts, nicht für eine Wärmepumpe.

Wer im Winter mehr Ertrag will, gewinnt ihn über eine steilere Neigung, nicht über eine größere Anlage. Bei 60 Grad steht die Fläche günstiger zur tiefen Sonne, und Schnee bleibt praktisch nicht liegen.

Für die Ertragserwartung bedeutet das insgesamt: Rechnen Sie mit dem Jahreswert und lassen Sie den Winter außer Betracht. Er entscheidet über das Gefühl, nicht über die Rechnung.

Quellen
  1. Fraunhofer ISE, Daten zu erneuerbaren Energien in Deutschland
  2. VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.