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Photovoltaik · Ertrag & Kosten

Wie hoch ist der Eigenverbrauch typischerweise?

Die Eigenverbrauchsquote entscheidet über die Wirtschaftlichkeit stärker als jede andere Größe, weil eine selbst genutzte Kilowattstunde vier- bis fünfmal so viel wert ist wie eine eingespeiste.

Wie hoch ist der Eigenverbrauch typischerweise?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Ohne Speicher 25 bis 35 Prozent der Erzeugung, mit Speicher 55 bis 70 Prozent. Mit Wärmepumpe und Elektroauto lässt sich der Wert auch ohne Speicher deutlich steigern.

Die typischen Werte

Ein Einfamilienhaus mit 4.000 bis 4.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch und einer Anlage mit 10 Kilowatt-Peak kommt ohne Speicher auf 25 bis 35 Prozent Eigenverbrauch, also 2.400 bis 3.300 Kilowattstunden. Mit einem Speicher von 8 Kilowattstunden steigt der Wert auf 55 bis 70 Prozent. Mit Wärmepumpe kommen 3.000 bis 5.000 Kilowattstunden Verbrauch hinzu, die zu einem erheblichen Teil in die Übergangszeit fallen und damit gut zur Erzeugung passen.

Warum die Grundlast so wichtig ist

Jeder Haushalt hat eine Dauerlast aus Kühlgeräten, Router, Umwälzpumpen und Standby, üblich sind 150 bis 400 Watt. Über 24 Stunden sind das 3,6 bis 9,6 Kilowattstunden am Tag, also 1.300 bis 3.500 Kilowattstunden im Jahr. Ein erheblicher Teil davon fällt in die Erzeugungsstunden und wird ohne jedes Zutun direkt gedeckt. Genau deshalb erreichen selbst Haushalte, die tagsüber außer Haus sind, spürbare Eigenverbrauchsquoten.

Was sich ohne Investition verschieben lässt

Waschmaschine, Spülmaschine, Trockner, Warmwasserbereitung und das Laden von Fahrzeugen und Werkzeugen. Wer diese Verbraucher konsequent zwischen 10 und 16 Uhr laufen lässt, hebt die Quote um 5 bis 15 Prozentpunkte. Das kostet nichts außer einer Zeitschaltuhr oder einer Startzeitvorwahl und ist die günstigste aller Maßnahmen.

Was mit Investition möglich ist

Ein Heizstab im Warmwasserspeicher für 200 bis 600 Euro nimmt Überschuss auf und ersetzt Gas oder Öl. Eine Wallbox mit Überschussladen für 800 bis 1.500 Euro nutzt Mittagsstrom für das Fahrzeug. Ein Energiemanagementsystem für 400 bis 1.200 Euro steuert alles zusammen. Diese drei Positionen bringen zusammen oft mehr als ein Speicher und kosten weniger.

Die Grenze nach oben

Vollständige Eigenversorgung ist nicht erreichbar, weil im Dezember und Januar nur etwa 6 Prozent des Jahresertrags anfallen. Wer 80 Prozent Autarkie anstrebt, braucht Speicher in einer Größenordnung, die sich nicht rechnet. Die wirtschaftlich sinnvolle Zone liegt bei 55 bis 70 Prozent, und dort endet der Nutzen zusätzlicher Kapazität.

Zur Einordnung: Zwischen 30 und 60 Prozent Eigenverbrauch liegen bei einer 10-kWp-Anlage rund 2.850 Kilowattstunden. Bei 27 Cent Differenz zwischen Strompreis und Vergütung sind das 770 Euro im Jahr.

Messen Sie den eigenen Wert nach dem ersten vollen Betriebsjahr: Erzeugung aus dem Wechselrichter minus Einspeisung aus der Abrechnung, geteilt durch die Erzeugung. Erst dann wissen Sie, ob ein Speicher überhaupt etwas beitragen kann.

Ein Hinweis zur Reihenfolge der Maßnahmen: Erst verlagern, dann steuern, dann speichern. Wer diese Reihenfolge einhält, holt die günstigsten Prozentpunkte zuerst.

Und prüfen Sie den eigenen Tagesverlauf. Ein Haushalt mit Homeoffice erreicht ohne jede Zusatztechnik 40 bis 45 Prozent, ein Haushalt, der werktags von 7 bis 18 Uhr leer steht, kommt kaum über 25 Prozent.

Quellen
  1. Fraunhofer ISE, Daten zu erneuerbaren Energien in Deutschland
  2. Statistisches Bundesamt
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.