Was kostet eine nachträgliche Erweiterung?
Wer klein anfängt und später aufstockt, zahlt zweimal für dieselben Nebenkosten. Das ist der Hauptgrund, warum die erste Auslegung großzügig sein sollte.
Bild: KI-erzeugtDeutlich mehr je Kilowatt-Peak als der Erstausbau, weil Gerüst, Anfahrt, Anmeldung und oft ein zweiter Wechselrichter erneut anfallen. Rechnen Sie mit 1.600 bis 2.400 Euro je Kilowatt-Peak.
Warum die Nebenkosten dominieren
Gerüst, Anfahrt, Planung, Anmeldung beim Netzbetreiber, Inbetriebsetzung und die Aktualisierung der Registrierung fallen unabhängig von der Modulzahl an. Bei einer Erweiterung um 4 Kilowatt-Peak summieren sich diese Positionen leicht auf 2.500 bis 4.000 Euro, während die Module selbst nur 1.200 bis 1.800 Euro kosten. Daraus folgt der hohe Preis je Kilowatt-Peak, der beim Erstausbau bei 1.200 bis 1.800 Euro liegt.
Der Wechselrichter als Engpass
Ein vorhandenes Gerät ist auf die bestehende Anlage ausgelegt. Zusätzliche Module passen nur, wenn Strangspannung, Strom und freie Eingänge es zulassen. Häufig ist ein zweiter Wechselrichter nötig, der 900 bis 1.800 Euro kostet und einen eigenen Anschluss braucht. Wer eine Erweiterung für möglich halten will, sollte bereits beim ersten Ausbau ein Gerät mit Reserve wählen.
Die vergütungsrechtliche Seite
Eine Erweiterung ist eine eigene Anlage mit eigenem Inbetriebnahmedatum und damit eigenem Vergütungssatz. Zugleich werden Anlagen auf demselben Grundstück, die innerhalb von 12 Monaten in Betrieb gehen, für die Vergütungsstufe zusammengerechnet. Wer heute 10 und in 8 Monaten 5 Kilowatt-Peak baut, wird wie eine Anlage mit 15 behandelt. Nach Ablauf der 12 Monate gilt das nicht mehr.
Die steuerliche Seite
Für die Einkommensteuerbefreiung zählt die Summe aller Anlagen. Eine Erweiterung von 28 auf 32 Kilowatt-Peak auf einem Einfamilienhaus beendet die Befreiung für den gesamten Bestand. Diese Grenze ist deshalb bei jeder Erweiterung zuerst zu prüfen, und sie ist der häufigste Grund, eine Erweiterung zu unterlassen.
Was bei der Planung hilft
Drei Vorkehrungen kosten beim Erstausbau fast nichts. Ein Wechselrichter mit einem freien Eingang. Eine Leerrohrverbindung vom Dach zum Technikraum mit Reserve. Und eine Unterkonstruktion, die sich fortsetzen lässt, statt an einer Kante zu enden. Wer diese drei Punkte im Angebot verlangt, hält die Option offen.
Zur Einordnung: Der Preisunterschied zwischen 8 und 12 Kilowatt-Peak im Erstausbau liegt bei rund 5.200 Euro. Dieselben 4 Kilowatt-Peak später kosten 6.400 bis 9.600 Euro.
Rechnen Sie deshalb beim ersten Angebot durch, was die maximale Belegung kostet, und nicht nur, was der aktuelle Verbrauch verlangt.
Und denken Sie an künftige Verbraucher. Wärmepumpe und Elektroauto verdoppeln den Strombedarf, und beide kommen häufig erst Jahre nach der Anlage.
Ein Hinweis zur Statik: Eine Erweiterung belastet weitere Sparren, und die Prüfung ist erneut fällig. Bei alten Dächern kann sich herausstellen, dass die zusätzliche Fläche nicht trägt.
Ebenfalls zu prüfen ist der Zählerschrank. Ein zweiter Wechselrichter braucht eigene Sicherungen und Platz, und bei alten Verteilungen ist ein Umbau für 1.200 bis 3.000 Euro fällig.
Rechnen Sie diese beiden Positionen in jedes Erweiterungsangebot ein, sonst ist der Vergleich mit dem Erstausbau unvollständig.
- § 8 EEG, Anschluss (Gesetze im Internet)
- Marktstammdatenregisterverordnung (MaStRV, Gesetze im Internet)