Wie viel spart eine Anlage an der Stromrechnung?
Die Ersparnis an der Stromrechnung ist der größere Teil des Nutzens und der Teil, den man selbst beeinflussen kann.
Bild: KI-erzeugtSo viel, wie der Eigenverbrauch mal dem Arbeitspreis beträgt. Bei 2.800 Kilowattstunden und 35 Cent sind das 980 Euro im Jahr. Der Grundpreis bleibt unverändert.
Die Rechnung
Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt eine gekaufte. Maßgeblich ist der Arbeitspreis, nicht der Gesamtpreis der Rechnung. Bei 35 Cent je Kilowattstunde und 2.800 Kilowattstunden Eigenverbrauch sind das 980 Euro im Jahr. Der Grundpreis von typischerweise 8 bis 15 Euro im Monat bleibt, denn der Netzanschluss besteht weiter. Wer mit dem Gesamtpreis je Kilowattstunde rechnet, überschätzt die Ersparnis um einige Prozent.
Was den Arbeitspreis ausmacht
Er setzt sich zusammen aus Beschaffung, Netzentgelt, Messstellenbetrieb, Stromsteuer, Konzessionsabgabe und Umsatzsteuer. Vermieden wird durch Eigenverbrauch der volle Arbeitspreis, weil alle diese Bestandteile mengenabhängig anfallen. Genau deshalb ist die Ersparnis so hoch und liegt weit über der Einspeisevergütung.
Der Effekt auf die Abschlagszahlung
Die Ersparnis wird erst mit der Jahresabrechnung sichtbar, wenn der Abschlag nicht angepasst wird. Sinnvoll ist deshalb, den Abschlag nach dem ersten vollen Betriebsjahr zu senken, gestützt auf den tatsächlichen Bezug. Wer das versäumt, gibt dem Versorger ein zinsloses Darlehen über ein Jahr.
Was sich zusätzlich ändert
Mit einer Wärmepumpe steigt der Verbrauch um 3.000 bis 5.000 Kilowattstunden, wovon ein Teil aus eigener Erzeugung gedeckt wird. Mit einem Elektroauto kommen 1.500 bis 2.500 Kilowattstunden hinzu. In beiden Fällen steigt die absolute Ersparnis deutlich, weil mehr Eigenverbrauch möglich wird, während die Eigenverbrauchsquote je nach Zeitpunkt sogar sinken kann.
Warum der Vergleich mit dem Vorjahr täuscht
Wer die Stromrechnung vor und nach der Anlage vergleicht, mischt zwei Effekte: die Anlage und die Preisentwicklung. Aussagekräftig ist nur der Vergleich der bezogenen Kilowattstunden. Diese Zahl steht auf der Abrechnung und lässt sich Jahr für Jahr nebeneinanderlegen.
Zur Einordnung: Ein Haushalt mit 4.500 Kilowattstunden Verbrauch und 2.800 Kilowattstunden Eigenverbrauch bezieht danach nur noch 1.700 Kilowattstunden. Der Bezug sinkt also um fast zwei Drittel.
Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Arbeitspreis vom letzten Bescheid. Er steht dort in Cent je Kilowattstunde und ist die einzige Zahl, die für Ihre Ersparnis zählt.
Ein Hinweis zum Tarifwechsel: Nach dem Bau der Anlage sinkt der Jahresverbrauch deutlich, und Tarife mit hohem Grundpreis und niedrigem Arbeitspreis werden dadurch unattraktiv. Ein Wechsel zu einem Tarif mit niedrigem Grundpreis kann weitere 50 bis 150 Euro im Jahr bringen.
Rechnen Sie außerdem den Reststrombedarf realistisch: Ein Haushalt mit 4.500 Kilowattstunden und 2.800 Kilowattstunden Eigenverbrauch bezieht 1.700 Kilowattstunden. Bei einem Grundpreis von 12 Euro im Monat entfallen davon 144 Euro auf Fixkosten.
Prüfen Sie den Abschlag nach dem ersten vollen Jahr und passen Sie ihn an. Das ist die einzige Stelle, an der die Ersparnis sofort im Konto sichtbar wird. Ein zu hoher Abschlag kostet keine Zinsen, aber er verdeckt den Erfolg der Anlage über ein ganzes Jahr.