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Photovoltaik · Ertrag & Kosten

Wie viel Solarstrom geht ins Elektroauto?

Das Elektroauto ist der beste Verbraucher für Solarstrom, wenn der Ladezeitpunkt passt. Genau daran entscheidet sich, ob aus dem Fahrzeug ein Speicher oder nur ein Netzverbraucher wird.

Wie viel Solarstrom geht ins Elektroauto?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Mit Überschussladen und einem Fahrzeug, das tagsüber zu Hause steht, 40 bis 60 Prozent des Ladebedarfs. Wer nur abends lädt, kommt ohne Speicher kaum über 10 Prozent.

Der Bedarf

Ein Fahrzeug mit 15 bis 18 Kilowattstunden Verbrauch je 100 Kilometer und 12.000 Kilometern im Jahr braucht 1.800 bis 2.160 Kilowattstunden ab Steckdose, mit Ladeverlusten von 8 bis 12 Prozent eher 2.000 bis 2.400. Das entspricht etwa der Hälfte des Haushaltsverbrauchs eines Vierpersonenhaushalts und ist damit ein erheblicher zusätzlicher Hebel für den Eigenverbrauch.

Warum der Zeitpunkt alles entscheidet

Solarstrom fällt zwischen 9 und 17 Uhr an, ein Pendlerfahrzeug steht in dieser Zeit auf dem Firmenparkplatz. Wer abends um 19 Uhr ansteckt, lädt aus dem Netz. Umgekehrt gilt: Wer im Homeoffice arbeitet, das Fahrzeug tagsüber stehen hat oder am Wochenende lädt, kann große Teile des Bedarfs aus eigener Erzeugung decken.

Überschussladen

Eine Wallbox mit Überschussfunktion misst am Netzanschlusspunkt und lädt nur mit der Leistung, die gerade übrig ist. Die technische Untergrenze liegt bei einphasigem Laden bei rund 1,4 Kilowatt, bei dreiphasigem bei etwa 4,2 Kilowatt. Eine Anlage mit 10 Kilowatt-Peak liefert an einem klaren Tag genug für dreiphasiges Überschussladen, an einem bewölkten nur für einphasiges. Wallboxen, die zwischen ein- und dreiphasig umschalten können, holen deshalb deutlich mehr heraus.

Was es kostet

Eine einfache Wallbox liegt bei 500 bis 900 Euro, eine mit Überschussfunktion und Phasenumschaltung bei 900 bis 1.600 Euro, dazu Installation von 500 bis 1.500 Euro je nach Leitungsweg. Ein Energiemanagementsystem kann bereits vorhanden sein oder kostet 400 bis 1.200 Euro. Bei 1.000 Kilowattstunden Solarstrom im Fahrzeug und 27 Cent Differenz zum Netzbezug spart die Funktion rund 270 Euro im Jahr.

Bidirektionales Laden

Fahrzeuge, die Strom zurück ins Haus geben können, sind verfügbar, aber die Zahl der freigegebenen Kombinationen aus Fahrzeug, Wallbox und Wechselrichter ist begrenzt. Wirtschaftlich wäre der Nutzen groß, weil eine Fahrzeugbatterie mit 60 Kilowattstunden einen Hausspeicher um ein Vielfaches übertrifft. Wer heute plant, sollte die Option im Blick behalten, aber nicht darauf setzen.

Zur Einordnung: Wer 2.000 Kilowattstunden im Jahr lädt und davon die Hälfte aus eigener Erzeugung deckt, spart rund 270 Euro. Das entspricht bei 12.000 Kilometern grob 2,2 Cent je Kilometer.

Prüfen Sie die Anmeldung: Eine Wallbox über 4,2 Kilowatt ist eine steuerbare Verbrauchseinrichtung und beim Netzbetreiber anzumelden. Im Gegenzug sinken die Netzentgelte.

Und legen Sie den Ladezeitpunkt fest, statt ihn dem Zufall zu überlassen. Eine Zeitvorwahl auf 11 Uhr bringt bei einem Fahrzeug, das zu Hause steht, mehr als jede Zusatztechnik.

Ein Hinweis zur Ladeleistung: Für den Alltag genügen 11 Kilowatt fast immer. Damit lädt ein Fahrzeug in 8 Stunden rund 88 Kilowattstunden, also weit mehr als der tägliche Bedarf. Eine 22-Kilowatt-Wallbox bringt bei Überschussladen keinen Vorteil und verlangt eine Zustimmung des Netzbetreibers.