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Photovoltaik · Störung & Schaden

Warum verliert der Speicher an Kapazität?

Ein Speicher altert auch dann, wenn er nicht benutzt wird. Zwei Mechanismen wirken parallel, und beide lassen sich beeinflussen.

Warum verliert der Speicher an Kapazität?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Durch kalendarische Alterung und durch Zyklen. Übliche Garantien sichern 70 bis 80 Prozent Restkapazität nach 10 Jahren zu. Hohe Temperaturen und dauerhaft voller Ladezustand beschleunigen den Verlust.

Die kalendarische Alterung

Sie läuft unabhängig von der Nutzung und hängt von Temperatur und Ladezustand ab. Eine Zelle, die dauerhaft bei 30 Grad und 100 Prozent Ladezustand steht, altert deutlich schneller als eine bei 20 Grad und 50 Prozent. Deshalb halten viele Systeme den Ladezustand im Ruhezustand bewusst niedriger und deshalb ist der Aufstellort so wichtig: 15 bis 25 Grad sind ideal, dauerhaft über 30 Grad schädlich.

Die zyklische Alterung

Jede Ladung und Entladung kostet Kapazität. Hersteller geben Zyklenzahlen von 6.000 bis 10.000 an, gemessen bei definierter Entladetiefe und Temperatur. Ein Hausspeicher erreicht etwa 250 bis 300 Vollzyklen im Jahr, also 2.500 bis 3.000 in zehn Jahren. Damit ist die zyklische Alterung bei üblichen Heimspeichern nicht der begrenzende Faktor, die kalendarische ist es.

Woran man den Verlust misst

An der tatsächlich entnommenen Energie bei einer vollständigen Entladung. Viele Systeme zeigen die verbleibende Kapazität im Portal an, allerdings als Schätzung des Batteriemanagementsystems. Aussagekräftiger ist ein Vergleich über die Jahre: Wenn ein Speicher im ersten Jahr abends 7,5 Kilowattstunden lieferte und im sechsten nur noch 6,2, entspricht das rund 17 Prozent Verlust.

Was der Garantiefall verlangt

Die Bedingungen nennen eine Restkapazität und einen Zeitpunkt, etwa 70 Prozent nach 10 Jahren oder nach einer bestimmten durchgesetzten Energiemenge. Für den Nachweis ist eine Messung nötig, die häufig der Hersteller oder ein autorisierter Betrieb durchführt. Wichtig ist, die Betriebsdaten aufzubewahren: Wer die durchgesetzte Energiemenge nicht belegen kann, hat es im Garantiefall schwer.

Was die Lebensdauer verlängert

Ein kühler, trockener Aufstellort. Eine Konfiguration, die den Speicher nicht dauerhaft voll hält. Eine Entladetiefe innerhalb der Herstellervorgabe. Und der Verzicht auf extreme Ladeleistungen, die Wärme erzeugen. Diese vier Punkte kosten nichts und wirken über die gesamte Laufzeit.

Ein Speicher mit 70 Prozent Restkapazität ist nicht defekt, er verschiebt nur weniger Energie. Bei 8 Kilowattstunden Ausgangskapazität sind das noch 5,6, und das reicht für einen Haushaltsabend. Ein Austausch lohnt erst, wenn die verbleibende Kapazität den täglichen Bedarf nicht mehr deckt, oder wenn Zellen ausfallen.

Zur Einordnung: Ein Speicherersatz kostet nach 12 bis 18 Jahren erneut 4.000 bis 7.000 Euro. Diese Position gehört in die Lebenszyklusrechnung und fehlt in fast jedem Angebot.

Prüfen Sie die Betriebstemperatur einmal im Sommer. Ein Speicher in einer 35 Grad warmen Garage verliert Lebensdauer, und ein Umzug in den Keller kostet weniger als ein vorzeitiger Ersatz.

Ein Punkt zur Konfiguration: Manche Systeme bieten einen Schonmodus, der die Ladung auf 90 statt 100 Prozent begrenzt. Das kostet wenige Prozent nutzbare Kapazität und verlängert die Lebensdauer spürbar.

Prüfen Sie außerdem die Firmware. Aktualisierungen verbessern häufig das Lademanagement, und ein Speicher, der seit 5 Jahren mit der Auslieferungsversion läuft, arbeitet nicht optimal.

Quellen
  1. VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
  2. Fraunhofer ISE, Daten zu erneuerbaren Energien in Deutschland
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.