Was sind schlechte Steckverbinder und warum sind sie gefährlich?
Steckverbinder sind das kleinste und billigste Bauteil einer Anlage und zugleich die häufigste Ursache für ernsthafte Störungen.
Bild: KI-erzeugtVerbindungen mit erhöhtem Übergangswiderstand erwärmen sich, altern schneller und können Lichtbögen auslösen. Ursache sind falsche Crimpungen, gemischte Fabrikate und unvollständige Verrastung.
Warum der Übergangswiderstand zählt
Eine gute Verbindung hat einen Widerstand im Bereich weniger Milliohm. Steigt er auf einige hundert Milliohm, entsteht bei 10 Ampere Strom bereits messbare Wärme. Wärme oxidiert die Kontaktflächen, der Widerstand steigt weiter, und der Vorgang beschleunigt sich. Am Ende steht ein durchgeschmorter Stecker oder ein Lichtbogen. Dieser Kreislauf braucht Jahre und ist deshalb bei der Abnahme nicht zu sehen.
Die drei häufigsten Fehler
Erstens gemischte Fabrikate: Stecker verschiedener Hersteller sehen gleich aus, passen mechanisch und sind nicht füreinander zugelassen. Die Norm verlangt baugleiche Verbindungen. Zweitens falsche Crimpung: Eine Crimpzange muss zum Steckertyp passen, und die Verpressung muss geprüft sein. Drittens unvollständige Verrastung: Der Stecker muss hörbar einrasten, sonst bleibt ein Spalt, in den Feuchtigkeit eindringt.
Woran man ein Problem erkennt
An Fehlermeldungen zum Isolationswiderstand, an einem Strang mit geringerem Ertrag und an erwärmten Stellen im Wärmebild. Sichtbar wird es erst spät: verfärbte oder verformte Steckergehäuse, grünliche Korrosion an den Kontakten. Wer eine Anlage prüfen lässt, sollte eine Thermografie der Verbindungsstellen ausdrücklich verlangen, weil sie genau diese Fehler findet.
Warum es so oft vorkommt
Weil Module und Wechselrichter unterschiedlicher Hersteller unterschiedliche Stecker mitbringen und weil auf der Baustelle das passende Gegenstück fehlt. Die schnelle Lösung ist das Zusammenstecken, die richtige ist ein Adapter oder das Konfektionieren mit passenden Steckern. Der Zeitunterschied beträgt Minuten, der Unterschied in der Lebensdauer Jahre.
Was sich reklamieren lässt
Gemischte Verbindungen sind ein Mangel der Werkleistung, weil sie nicht den anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Innerhalb der Gewährleistungsfrist von 5 Jahren ist die Nacherfüllung geschuldet. Wer bei einer Prüfung solche Verbindungen findet, sollte sie fotografieren und schriftlich rügen, bevor Folgeschäden entstehen.
Das Austauschen einzelner Stecker kostet mit Gerüst 300 bis 700 Euro. Die Konfektionierung eines ganzen Strangs liegt darüber. Gegenüber einem Brandschaden oder einem ausgefallenen Strang über einen Sommer ist beides günstig.
Zur Einordnung: In einer Anlage mit 24 Modulen und zwei Strängen gibt es rund 50 Steckverbindungen. Jede einzelne ist eine mögliche Fehlerstelle, und keine davon ist nach der Montage noch sichtbar.
Verlangen Sie deshalb im Abnahmeprotokoll die Angabe, welche Steckverbindertypen verbaut wurden. Diese eine Zeile macht später jede Prüfung einfacher.
Ein Hinweis zur Nachrüstung: Wer ohnehin einen neuen Wechselrichter einbaut, sollte die Steckverbinder am Gerät gleich mit erneuern lassen. Sie sind dann zugänglich, und die Arbeit kostet wenig zusätzlich.
Und bewahren Sie die Angabe des verbauten Typs auf. Bei jeder späteren Erweiterung oder Reparatur ist sie die erste Frage, und ohne sie wird wieder gemischt. Ein Hinweis zur Prüfung: Erwärmte Steckverbinder zeigen sich im Wärmebild bereits bei Temperaturunterschieden von 10 bis 15 Grad, lange bevor etwas sichtbar wird. Genau darin liegt der Wert einer Thermografie.
- VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
- Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV, Gesetze im Internet)