Was tun bei Korrosion an der Unterkonstruktion?
Die Unterkonstruktion soll 25 Jahre halten und wird dabei nie gewartet. Korrosion ist die einzige Alterung, die sie ernsthaft gefährdet.
Bild: KI-erzeugtPrüfen lassen und betroffene Teile tauschen. Korrosion entsteht meist durch Kontakt verschiedener Metalle oder durch beschädigte Beschichtungen und gefährdet die Befestigung der Module.
Wie sie entsteht
Am häufigsten durch Kontaktkorrosion: Berühren sich zwei verschiedene Metalle in feuchter Umgebung, bildet sich ein galvanisches Element, und das unedlere Metall wird abgetragen. Typische Paarungen sind Aluminium mit Edelstahl oder mit Kupfer. Deshalb schreiben Hersteller bestimmte Materialkombinationen vor und liefern passende Schrauben mit. Wer Fremdmaterial verwendet, erzeugt genau dieses Problem.
Wo man hinsehen muss
An den Dachhaken, wo sie den Ziegel berühren. An den Klemmstellen zwischen Schiene und Modulrahmen. An den Schraubverbindungen. Und an Schnittkanten der Schienen, wo die schützende Oxidschicht durchtrennt wurde. Weiße, pulvrige Ablagerungen auf Aluminium und Rostfahnen an Stahlteilen sind die sichtbaren Zeichen.
Warum die Umgebung zählt
In Küstennähe beschleunigt salzhaltige Luft den Vorgang erheblich, ebenso Industrieatmosphäre und die Nähe zu Ställen mit Ammoniak. Hersteller weisen dafür eigene Korrosivitätsklassen aus, und für solche Standorte gibt es besonders geschützte Ausführungen. Wer in solcher Lage baut und Standardmaterial verwendet, verkürzt die Lebensdauer um Jahre.
Was daraus folgen kann
Gelockerte Klemmen, die Module bei Sturm freigeben. Gebrochene Dachhaken. Und im ungünstigsten Fall ein Verlust des Potenzialausgleichs, wenn korrodierte Verbindungen den elektrischen Kontakt verlieren. Letzteres zeigt sich als Isolationsfehler oder als wiederkehrendes Auslösen von Schutzeinrichtungen.
Was die Prüfung umfasst
Sichtprüfung der Befestigungspunkte, Kontrolle der Anzugsmomente an Stichproben und Messung des Erdungswiderstands. Sie ist Teil der wiederkehrenden elektrischen Prüfung und kostet dort wenig zusätzlich. Empfohlen ist ein Rhythmus von 4 Jahren, in korrosiver Umgebung häufiger.
Zur Einordnung: Der Tausch einzelner Klemmen und Schrauben kostet mit Gerüst 300 bis 800 Euro. Ein Modul, das sich löst und vom Dach fällt, kostet ungleich mehr und ist ein Haftungsfall.
Achten Sie schon im Angebot auf die Materialangabe der Unterkonstruktion und auf die Korrosivitätsklasse. Diese beiden Zeilen entscheiden darüber, ob die Befestigung so lange hält wie die Module.
Ein Punkt zur Ausführung: Schnittkanten an gekürzten Schienen sollten nachbehandelt werden, weil dort die schützende Schicht fehlt. Bei Aluminium bildet sich die Oxidschicht zwar neu, an Kontaktstellen mit anderen Metallen reicht das aber nicht.
Ebenso wichtig ist die Trennung von Kupfer und Aluminium. Erdungsleitungen aus Kupfer gehören mit geeigneten Klemmen angeschlossen, nicht direkt an das Aluminiumprofil geschraubt.
Zur Einordnung: Eine korrosionsbedingte Reparatur an einer 12 Jahre alten Anlage kostet mit Gerüst 800 bis 2.500 Euro, je nachdem wie viele Befestigungspunkte betroffen sind.
Lassen Sie die Befestigung deshalb bei jeder ohnehin anstehenden Prüfung mit ansehen. Der Aufwand ist gering, und ein früh erkannter Befund bleibt ein Einzelteil statt einer Sanierung.
Und dokumentieren Sie den Zustand mit Fotos. Über 20 Jahre lässt sich daran ablesen, ob sich etwas verändert, und genau das ist die Frage, die eine einzelne Sichtprüfung nie beantworten kann. Zwei Fotos je Jahr genügen dafür.
- VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
- Produktsicherheitsgesetz (Gesetze im Internet)