Woran erkennt man den Ausfall eines Leistungsoptimierers?
Optimierer sind zusätzliche Elektronik auf dem Dach. Ihr großer Vorteil ist die Sichtbarkeit jedes einzelnen Moduls, und genau das macht auch ihren Ausfall erkennbar.
Bild: KI-erzeugtAm Portal: Das betroffene Modul erscheint als fehlend oder liefert null. Weil Optimierer jedes Modul einzeln melden, ist der Ausfall dort am schnellsten sichtbar.
Wie sich der Ausfall zeigt
Im Portal fehlt ein Modul in der Übersicht oder zeigt dauerhaft null Watt, während die Nachbarn normal liefern. Manche Systeme melden zusätzlich einen Kommunikationsfehler. Der Ertragsverlust entspricht dem eines Moduls, bei 24 Modulen also etwa 4 Prozent der Anlage. Bei manchen Systemen unterbricht ein defekter Optimierer den ganzen Strang, dann ist der Verlust deutlich größer und sofort spürbar.
Die häufigsten Ursachen
Temperaturbelastung, weil die Geräte unter den Modulen bei bis zu 80 Grad arbeiten. Feuchtigkeitseintritt in die Steckverbindungen. Überspannung nach Blitzeinschlag in der Umgebung. Und mechanische Belastung an den Anschlussleitungen, etwa durch Zug oder Scheuern. Ausfallraten sind niedrig, aber bei 24 Geräten je Anlage summieren sie sich über 20 Jahre.
Was der Austausch kostet
Das Gerät selbst 60 bis 150 Euro, dazu Arbeit und Gerüst. Weil der Optimierer unter dem Modul sitzt, muss dieses abgenommen werden. Mit Gerüst liegt der Austausch damit bei 300 bis 700 Euro. Sinnvoll ist deshalb, mehrere Arbeiten zu bündeln und den Zeitpunkt in die Wintermonate zu legen, wenn der Ertragsverlust gering ist.
Die Garantielage
Optimierer tragen häufig lange Garantien von 20 bis 25 Jahren, weil sie zur Systemlösung des Wechselrichterherstellers gehören. Wie bei Modulen sind Aus- und Einbaukosten meist nicht eingeschlossen. Innerhalb der Gewährleistungsfrist von 5 Jahren ist der Errichter der bessere Adressat, weil sein Anspruch die Arbeit umfasst.
Die Systembindung als Nebenwirkung
Optimierer und Wechselrichter müssen zusammenpassen. Wird der Wechselrichter nach 12 Jahren ersetzt, ist ein Herstellerwechsel praktisch ausgeschlossen, solange die Optimierer auf dem Dach bleiben. Diese Bindung sollte man beim Kauf kennen; sie ist der Preis für die Modulüberwachung und die Abschaltung auf Modulebene.
Zur Einordnung: Wer Optimierer nur zur Überwachung einbaut, obwohl keine Verschattung vorliegt, kauft 24 zusätzliche Bauteile und eine Systembindung für einen Nutzen, den auch eine getrennte Strangauswertung liefert.
Prüfen Sie das Portal nach Gewittern gezielt auf fehlende Module. Überspannung trifft bevorzugt einzelne Geräte, und ein früh erkannter Ausfall lässt sich einem Ereignis zuordnen.
Ein Hinweis zur Fehlersuche: Bevor ein Optimierer getauscht wird, sollte die Verbindung geprüft werden. Ein nicht vollständig eingerasteter Stecker sieht im Portal genauso aus wie ein defektes Gerät und ist in Minuten behoben.
Und prüfen Sie die Zuordnung im Portal. Nach einem Modultausch stimmen Positionen häufig nicht mehr, und ein vermeintlich ausgefallenes Modul steht in Wahrheit an einer anderen Stelle.
Diese beiden Schritte kosten nichts und erklären einen erheblichen Teil der gemeldeten Ausfälle. Zur Einordnung: Ein einzelner ausgefallener Optimierer kostet bei 24 Modulen rund 4 Prozent des Jahresertrags, also bei 10 Kilowatt-Peak etwa 380 Kilowattstunden. Das rechtfertigt keinen Sondereinsatz mit Gerüst, wohl aber die Aufnahme in die nächste ohnehin anstehende Wartung.
- VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
- Fraunhofer ISE, Daten zu erneuerbaren Energien in Deutschland