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Photovoltaik · Störung & Schaden

Was tun gegen Vogelnester unter den Modulen?

Der Zwischenraum zwischen Dachhaut und Modulen ist trocken, warm und geschützt. Für Vögel und Marder ist er ein idealer Ort, und das hat Folgen für die Anlage.

Was tun gegen Vogelnester unter den Modulen?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Mit Bürstenprofilen oder Gittern den Zugang schließen. Nester verschatten Module, halten Feuchtigkeit, ziehen Ungeziefer an und können Kabel beschädigen.

Was die Nester anrichten

Nistmaterial liegt auf der Dachhaut und hält Feuchtigkeit, was Ziegel und Unterspannbahn belastet. Es verstopft Entwässerungswege, sodass Regen nicht abfließt. Kot auf der Modulrückseite und auf der Vorderseite verschattet und kann Hotspots auslösen. Und Nistmaterial ist brennbar, was in der Nähe von Gleichstromleitungen ein zusätzliches Risiko darstellt. Hinzu kommen Milben und Insekten, die von Nestern angezogen werden und in den Dachboden wandern.

Die Standardlösung

Ein Bürstenprofil, das rundum zwischen Modulrahmen und Dachhaut geklemmt wird. Es lässt Luft zirkulieren, hält aber Vögel und größere Tiere fern. Die Kosten liegen bei 8 bis 15 Euro je laufendem Meter, bei einer üblichen Anlage also 320 bis 600 Euro. Alternativ gibt es Lochblech- oder Gitterprofile, die robuster, aber optisch auffälliger sind und die Hinterlüftung stärker einschränken.

Der richtige Zeitpunkt

Am besten bei der Errichtung, weil dann kein zusätzliches Gerüst nötig ist. Nachträglich kommt der Gerüstpreis von 600 bis 1.500 Euro hinzu, und der übersteigt die Profile deutlich. Wer eine Anlage plant, sollte die Position ausdrücklich ins Angebot aufnehmen lassen; sie fehlt in günstigen Angeboten regelmäßig.

Der rechtliche Rahmen

Brütende Vögel und besetzte Nester stehen unter Schutz. Während der Brutzeit dürfen Nester nicht entfernt werden, und bei bestimmten Arten gilt der Schutz auch für die Niststätte außerhalb der Brutzeit. Praktisch heißt das: Verschließen im Spätsommer oder Winter, wenn die Brut ausgeflogen ist. Wer unsicher ist, fragt bei der Unteren Naturschutzbehörde nach, die Auskunft ist kostenlos.

Was vor dem Verschließen zu tun ist

Den Bereich reinigen, denn eingeschlossenes Nistmaterial verrottet und zieht Ungeziefer an. Die Dachhaut auf Schäden prüfen. Die Leitungsführung ansehen, weil Nagespuren dort zuerst auftreten. Und die Entwässerung freilegen. Diese Arbeiten lassen sich mit der Montage der Profile in einem Termin erledigen.

Attrappen, Vergrämungsmittel und Ultraschallgeräte wirken nach kurzer Zeit nicht mehr, weil sich die Tiere daran gewöhnen. Die einzige dauerhafte Lösung ist der mechanische Verschluss.

Zur Einordnung: Ein einzelnes Nest, das ein Modul zu einem Drittel verschattet, kostet über eine Saison mehrere hundert Kilowattstunden und kann einen Hotspot mit Modulschaden verursachen.

Sehen Sie einmal im Jahr unter die Anlage, am besten im Herbst. Von einer Leiter aus oder mit einem Fernglas vom Nachbargrundstück ist der Zwischenraum meist gut einsehbar.

Ein Hinweis zur Ausführung: Das Profil muss zur Modulhöhe und zur Dachziegelform passen, sonst bleibt eine Lücke. Bei Biberschwanzziegeln und stark profilierten Pfannen ist eine angepasste Ausführung nötig.

Lassen Sie sich das Profil vor der Bestellung zeigen. Ein zu kurzes Bürstenband schließt nur optisch, und die Tiere finden den Weg trotzdem. Zur Einordnung: Die Profile halten 15 bis 20 Jahre und werden bei einer Dachsanierung ohnehin mit erneuert.

Quellen
  1. Produktsicherheitsgesetz (Gesetze im Internet)
  2. VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.