de.gmbhPhotovoltaik
Photovoltaik · Störung & Schaden

Was tun, wenn das Dach nach der Montage undicht ist?

Die Dachdichtheit ist der teuerste Folgeschaden einer Anlage. Sie zeigt sich selten sofort, sondern beim ersten Starkregen mit Wind aus der richtigen Richtung.

Was tun, wenn das Dach nach der Montage undicht ist?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Sofort dem Errichter melden und schriftlich Frist setzen. Undichtigkeiten an Dachhaken sind ein Mangel der Werkleistung, und die Gewährleistung läuft 5 Jahre ab Abnahme.

Wo die Ursache meist liegt

Eine Aufdachanlage mit 10 Kilowatt-Peak durchdringt die Dachhaut an 40 bis 80 Punkten. An jedem dieser Punkte wird ein Ziegel angehoben, ein Dachhaken auf dem Sparren verschraubt und der Ziegel wieder eingelegt. Fehler entstehen, wenn der Ziegel nicht mehr richtig aufliegt, wenn er beim Anheben gebrochen ist, wenn der Haken auf dem Ziegel aufliegt statt frei zu stehen, oder wenn die Unterspannbahn beschädigt wurde.

Wie man den Punkt findet

Im Dachboden bei Regen mit einer Lampe suchen, und zwar oberhalb der feuchten Stelle: Wasser läuft auf der Unterspannbahn oder am Sparren entlang und tritt weiter unten aus. Die Eintrittsstelle liegt also fast nie senkrecht über dem Fleck. Wer einen Verdacht hat, markiert die Stelle und vergleicht sie mit dem Montageplan der Dachhaken.

Wer haftet

Der Errichter. Die Montage ist eine Werkleistung, und ein undichtes Dach ist ein Mangel. Die Verjährungsfrist beträgt bei Arbeiten an einem Bauwerk 5 Jahre ab Abnahme. Innerhalb dieser Frist ist zunächst Nacherfüllung geschuldet, also die Beseitigung des Mangels einschließlich der Folgeschäden an Dämmung und Innenausbau. Wer selbst repariert oder einen Dritten beauftragt, ohne vorher Frist zu setzen, verliert den Kostenerstattungsanspruch.

Was Sie tun sollten

Fotografieren, Datum und Wetterlage notieren, schriftlich melden und eine Frist von 14 Tagen setzen. Wasser auffangen und die Dämmung freilegen, damit sie trocknen kann, denn feuchte Dämmung verliert ihre Wirkung und kann schimmeln. Und den Schaden der Gebäudeversicherung melden, auch wenn der Errichter haftet, weil Folgeschäden am Gebäude gedeckt sein können.

Wie man vorbeugt

Im Vertrag festhalten, dass die Dachdichtheit Teil der geschuldeten Leistung ist. Bei alten Dächern einen Dachdecker für die Durchdringungen beauftragen, statt sie dem Solarteur zu überlassen. Und nach der Montage die erste Regenperiode bewusst nutzen: einmal in den Dachboden gehen und die Bereiche unter den Modulen ansehen.

Zur Einordnung der Kosten: Eine einzelne undichte Durchdringung zu beheben kostet mit Gerüst 400 bis 1.000 Euro. Ein Feuchteschaden an Dämmung und Decke liegt schnell im vierstelligen Bereich, und Schimmel im Dachaufbau darüber.

Wer den Verdacht hat, sollte nicht bis zum Sommer warten. Feuchtigkeit im Dachaufbau verschlimmert sich mit jeder Regenperiode, und der Zusammenhang mit der Montage wird mit der Zeit schwerer zu belegen.

Ein Hinweis zur Beweisführung: Eine Feuchtemessung im Dachaufbau dokumentiert das Ausmaß und kostet 200 bis 500 Euro. Sie ist die Grundlage dafür, auch die Folgeschäden ersetzt zu bekommen und nicht nur die undichte Stelle.

Lassen Sie die Reparatur von einem Dachdecker ausführen, nicht vom Solarteur, wenn Zweifel an der Ausführung bestehen. Die Kosten trägt bei berechtigter Mängelrüge ohnehin der Errichter. Und melden Sie den Mangel schriftlich, nicht telefonisch. Nur eine dokumentierte Rüge mit Datum hält die Frist.