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Photovoltaik · Störung & Schaden

Woran erkennt man einen Hotspot am Modul?

Ein Hotspot ist eine Zelle, die nicht mehr Strom liefert, sondern ihn in Wärme umsetzt. Er ist die einzige Modulstörung, die zu einem Brand führen kann.

Woran erkennt man einen Hotspot am Modul?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

An einer örtlich stark erwärmten Zelle, sichtbar mit einer Wärmebildkamera, und an einer bräunlichen Verfärbung auf der Rückseite. Ursache ist meist eine dauerhaft verschattete oder defekte Zelle.

Wie er entsteht

In einem Strang fließt überall derselbe Strom. Kann eine Zelle diesen Strom nicht liefern, weil sie verschattet, verschmutzt oder beschädigt ist, wird sie in Sperrrichtung betrieben und nimmt Leistung auf, statt sie abzugeben. Diese Leistung wird zu Wärme. Temperaturen von 100 bis über 150 Grad an einer einzelnen Zelle sind möglich, und das schädigt die Einbettung und auf Dauer auch die Rückseitenfolie.

Die Bypassdiode als Schutz

Jedes Modul enthält üblicherweise drei Bypassdioden, die je ein Zelldrittel überbrücken, wenn es zu wenig Strom liefert. Sie verhindern den Hotspot im Normalfall. Fällt eine Diode aus, entfällt dieser Schutz für ein Drittel des Moduls, und dann entsteht der Hotspot. Ein Diodendefekt zeigt sich zudem als dauerhafter Leistungsverlust von etwa einem Drittel des Modulertrags.

Wie man ihn findet

Mit einer Wärmebildkamera bei gutem Sonnenschein und laufender Anlage. Ein gesundes Modul zeigt eine gleichmäßige Temperaturverteilung, ein Hotspot eine deutlich hellere Stelle, häufig 20 bis 40 Grad über der Umgebung. Solche Aufnahmen macht ein Fachbetrieb im Rahmen einer Anlagenprüfung, zunehmend auch per Drohne. Ohne Kamera bleibt die Sichtprüfung der Rückseite auf bräunliche Verfärbungen, die aber erst spät auftreten.

Was die Ursachen sind

Dauerhafte Teilverschattung durch einen Kamin, eine Antenne oder ein Vogelnest. Verschmutzung, die sich nicht abwäscht, etwa Vogelkot oder Moos am unteren Rand. Mikrorisse in Zellen, entstanden durch Hagel, unsachgemäßes Betreten oder Transportschäden. Und Fehler in der Zelle selbst, die schon ab Werk vorhanden waren.

Was zu tun ist

Ein Modul mit Hotspot gehört getauscht. Innerhalb der Gewährleistungsfrist von 5 Jahren gegenüber dem Errichter, danach über die Produktgarantie des Herstellers, sofern kein äußerer Einfluss vorliegt. Wichtig ist die Dokumentation: Wärmebild mit Datum, Seriennummer des Moduls und die Ertragsdaten. Ohne diese drei Angaben wird der Fall nicht anerkannt.

Zur Einordnung: Ein Hotspot kostet zunächst nur den Ertrag des betroffenen Zelldrittels, also wenige Prozent der Anlage. Sein eigentliches Risiko ist die Brandgefahr, und deshalb sollte er zeitnah behoben werden.

Wer eine Anlage älter als 10 Jahre besitzt, sollte eine Thermografie in Erwägung ziehen. Sie kostet 300 bis 700 Euro und findet neben Hotspots auch defekte Dioden und schlechte Verbindungen.

Ein Hinweis zur Vorbeugung: Vogelnester unter den Modulen sind eine häufige Ursache für dauerhafte Teilverschattung und damit für Hotspots. Ein Bürstenprofil rund um die Anlage kostet 8 bis 15 Euro je laufendem Meter und verhindert das zuverlässig.

Ebenso wichtig ist, Module nie zu betreten. Auch wenn sie den Belastungstest bestehen, erzeugt punktuelle Last Mikrorisse, die erst Jahre später als Leistungsverlust auffallen. Und lassen Sie bei einer Thermografie gleich die Anschlussdosen mit aufnehmen. Erwärmte Dosen deuten auf defekte Bypassdioden, die sich sonst nur über eine Kennlinienmessung finden lassen.

Quellen
  1. VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
  2. Produktsicherheitsgesetz (Gesetze im Internet)
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.