Was tun bei Marderschäden an den Leitungen?
Marder suchen warme, geschützte Räume und finden sie unter Modulen und in Dachböden. Die Leitungen dorthin sind für sie interessant, weil sie beweglich sind und nach etwas riechen.
Bild: KI-erzeugtSofort abschalten lassen und die Stelle reparieren. Marderbisse an Gleichstromleitungen führen zu Isolationsfehlern und im schlechtesten Fall zum Lichtbogen. In der reinen Gebäudeversicherung sind sie oft nicht gedeckt.
Warum es gefährlich ist
Gleichstromleitungen führen mehrere hundert Volt, sobald Licht auf die Module fällt. Eine angebissene Isolierung senkt den Isolationswiderstand und löst eine Fehlermeldung aus. Wird der Leiter selbst beschädigt, kann an der Stelle ein Lichtbogen entstehen. Anders als bei Wechselstrom erlischt ein Gleichstromlichtbogen nicht von selbst, weil kein Nulldurchgang existiert. Genau das ist die Brandgefahr an Photovoltaikanlagen.
Woran man den Schaden erkennt
Am Isolationsfehler im Wechselrichter, oft morgens bei Feuchtigkeit. An einem Strang, der weniger liefert als der andere. An Geräuschen im Dachboden, an Kot und an Nagespuren an Dämmung und Leitungen. Und bei einer Sichtprüfung an blanken Stellen der Isolierung, meist dort, wo Kabel frei hängen oder auf Latten aufliegen.
Was die Reparatur kostet
Eine einzelne Stelle lässt sich mit einem neuen Steckverbinder oder einer Verbindungsmuffe instand setzen, das kostet mit Gerüst 300 bis 800 Euro. Sind mehrere Abschnitte betroffen, wird der ganze Strang neu verlegt, und dann liegt man schnell im vierstelligen Bereich. Hinzu kommt die Fehlersuche, weil die Stelle unter den Modulen liegen kann.
Was die Versicherung sagt
Tierbiss ist in der Wohngebäudeversicherung häufig nicht eingeschlossen. Eine eigene Photovoltaikversicherung als Allgefahrendeckung schließt ihn meist ein, ebenso Folgeschäden. Diese Position ist einer der Hauptgründe, warum sich eine eigene Police lohnt, obwohl sie jährlich 60 bis 150 Euro kostet.
Was vorbeugt
Kabel in Schutzrohren oder Kabelkanälen führen statt frei über die Dachfläche. Leitungen mit marderabweisender Ummantelung verwenden. Zugänge unter die Module mit Bürstenprofilen oder Gittern schließen, was zugleich Vögel fernhält. Und den Dachboden auf Einstiegsmöglichkeiten prüfen. Alle vier Maßnahmen sind bei der Errichtung günstig und später aufwendig.
Zur Einordnung: Ein Bürstenprofil rund um die Anlage kostet 8 bis 15 Euro je laufendem Meter, bei 40 Metern also 320 bis 600 Euro. Ein einziger Marderschaden kostet mehr.
Melden Sie den Verdacht sofort und lassen Sie die Anlage prüfen. Weiterbetrieb mit Isolationsfehler ist die eine Situation, in der Abwarten wirklich gefährlich ist.
Ein Hinweis zur Fehlersuche: Der Schaden liegt oft an der Stelle, an der Kabel vom Dach in den Dachboden geführt werden, weil dort Zugang und Wärme zusammenkommen. Diese Stelle sollte zuerst geprüft werden.
Und dokumentieren Sie die Bissspuren mit Fotos. Für die Versicherung ist der Nachweis eines Tierbisses die Voraussetzung, und nach der Reparatur ist er nicht mehr zu führen.
Wer wiederholt betroffen ist, sollte den Zugang zum Dachboden schließen lassen. Ohne diesen Schritt wiederholt sich der Schaden. Zur Einordnung: Eine Sicherung der Zugänge kostet einmalig einige hundert Euro, ein wiederkehrender Schaden jedes Mal 300 bis 800 Euro plus Ertragsausfall. Prüfen Sie zusätzlich, ob Ihre Police Folgeschäden einschließt, etwa einen Brand nach einem Lichtbogen.
- VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
- Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV, Gesetze im Internet)