Wie entsteht Glasbruch an einem Modul?
Ein gebrochenes Modul fällt selten sofort auf, weil die Einbettungsfolie die Splitter hält und der Strom weiterfließt. Genau das macht den Schaden tückisch.
Bild: KI-erzeugtDurch Hagel, herabfallende Gegenstände, unsachgemäßes Betreten und punktuelle Spannungen durch falsche Klemmung. Das Modul liefert oft weiter Strom, verliert aber Leistung und wird undicht.
Die typischen Ursachen
Hagel ab etwa 25 Millimeter Korngröße, wobei die Prüfnorm Module mit 25-Millimeter-Körnern bei 80 Kilometern je Stunde belastet. Herabfallende Äste und Dachziegel. Betreten der Module bei Wartungsarbeiten, was unzulässig ist und Mikrorisse erzeugt. Zu hohe Klemmkräfte oder Klemmen an falscher Position, wodurch der Rahmen den Glasrand punktuell belastet. Und Spannungen durch eine unebene Unterkonstruktion.
Was daraus folgt
Zunächst ein Leistungsverlust, der je nach Rissverlauf zwischen wenigen Prozent und einem Drittel des Moduls liegt. Dann dringt Feuchtigkeit ein, weil das Glas nicht mehr dicht ist, und der Isolationswiderstand sinkt. Das kann Monate später als Isolationsfehler auftauchen. Zuletzt entstehen Korrosion an den Zellverbindern und Hotspots an den unterbrochenen Stellen.
Wie man es erkennt
Mit bloßem Auge bei schrägem Licht: Rissmuster im Glas sehen aus wie feine Linien, die von einem Punkt ausgehen. Aus der Ferne fällt eher eine leicht mattere Stelle auf. Zuverlässiger ist die Elektrolumineszenzaufnahme, die Zellrisse sichtbar macht, oder eine Thermografie, die erwärmte Bereiche zeigt. Im Portal zeigt sich ein Strang, der dauerhaft hinter dem anderen liegt.
Wer haftet
Bei äußerer Einwirkung wie Hagel die Versicherung, sofern die Gefahr gedeckt ist. Bei Montagefehlern wie falscher Klemmung der Errichter im Rahmen der Gewährleistung. Bei Materialfehlern der Hersteller über die Produktgarantie. Die Abgrenzung entscheidet ein Sachverständiger, und dafür braucht es Fotos, Datum und die Seriennummer.
Was zu tun ist
Das Modul tauschen lassen. Ein gebrochenes Modul im Strang zu belassen kostet nicht nur Ertrag, sondern gefährdet den Betrieb. Ersatz sollte elektrisch zum Strang passen: gleiche Nennleistung, gleiche Spannung, gleicher Strom. Ein moderneres Modul mit anderen Werten bremst den ganzen Strang, weil der schwächste Teilnehmer den Strom bestimmt.
Zur Einordnung: Der Tausch eines Moduls kostet mit Gerüst 200 bis 400 Euro. Bei mehreren betroffenen Modulen lohnt es, alles in einem Arbeitsgang zu erledigen, weil das Gerüst nur einmal anfällt.
Nach einem Hagelereignis lohnt eine Prüfung, auch wenn nichts sichtbar ist. Mikrorisse entstehen ohne sichtbaren Glasbruch und zeigen sich erst nach Jahren als Leistungsverlust. Ein zeitnah dokumentierter Zusammenhang mit dem Unwetter ist die Grundlage jeder Versicherungsleistung.
Ein Hinweis zur Klemmung: Die Montageanleitung gibt vor, in welchem Bereich des Rahmens geklemmt werden darf, üblich sind Zonen im mittleren Drittel der Längsseite. Klemmen außerhalb dieser Zonen sind ein Montagefehler und die häufigste vermeidbare Bruchursache.
Prüfen Sie das bei einer Reklamation gegen die Anleitung des Modulherstellers. Dieses Dokument liegt der Anlagendokumentation bei und ist im Streitfall das entscheidende Papier. Lassen Sie bei einem Verdacht auf Montagefehler die Klemmpositionen fotografieren, bevor das Modul ausgebaut wird. Danach ist der Nachweis nicht mehr zu führen. Ein Foto vom eingebauten Zustand kostet zehn Sekunden und entscheidet später über mehrere hundert Euro. Zur Einordnung der Prüfnorm: Getestet wird mit Eiskugeln von 25 Millimetern bei etwa 80 Kilometern je Stunde, und die zulässige Druckbelastung liegt bei 5.400 Pascal.
- Produktsicherheitsgesetz (Gesetze im Internet)
- VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik