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Photovoltaik · Störung & Schaden

Warum ist der Ertrag plötzlich eingebrochen?

Ein Ertragsrückgang ist der häufigste Anlass für einen Anruf beim Installateur. Mit vier Prüfschritten lässt sich das Feld in einer halben Stunde eingrenzen.

Warum ist der Ertrag plötzlich eingebrochen?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Die häufigsten Ursachen sind ein ausgefallener Strang, ein defekter Wechselrichter, eine neue Verschattung und ein Fehler in der Netzüberwachung. Der Vergleich mit dem Vorjahresmonat zeigt, ob es sich lohnt zu suchen.

Schritt eins: Ist es wirklich ein Einbruch?

Vergleichen Sie den Monatsertrag mit demselben Monat des Vorjahres, nicht mit dem Vormonat. Zwischen einem sonnenreichen und einem trüben Jahr liegen leicht 10 bis 15 Prozent, das ist Wetter und kein Defekt. Auffällig wird es ab etwa 20 Prozent Abweichung über mehrere Wochen oder wenn der Rückgang schlagartig an einem Tag begann. Ein sprunghafter Rückgang deutet auf ein Bauteil, ein schleichender auf Verschmutzung oder Verschattung.

Schritt zwei: Die Strangleistungen vergleichen

Fast jede Anlage hat zwei oder mehr Stränge. Im Portal des Wechselrichters lassen sich deren Leistungen nebeneinanderlegen. Liefert einer deutlich weniger als der andere, obwohl beide gleich ausgerichtet sind, ist der Fehler dort zu suchen. Typische Ursachen sind ein durchgebissenes Kabel, ein defekter Steckverbinder, eine ausgefallene Bypassdiode oder ein Modul mit Zellbruch. Bei gleich starkem Rückgang beider Stränge liegt es eher am Wechselrichter oder an der Einstellung.

Schritt drei: Fehlermeldungen lesen

Wechselrichter protokollieren Ereignisse. Häufige Meldungen sind Isolationsfehler, Netzüberspannung, Netzfrequenzfehler und Übertemperatur. Ein Isolationsfehler tritt oft morgens bei Feuchtigkeit auf und verschwindet mittags, das deutet auf eingedrungenes Wasser in einem Steckverbinder. Netzüberspannung führt zur Abschaltung, obwohl die Anlage in Ordnung ist, und liegt am Netz, nicht an der Anlage.

Schritt vier: Das Dach ansehen

Vom Boden oder vom Nachbargebäude aus mit einem Fernglas. Gesucht werden neue Verschattung durch gewachsene Bäume oder einen Anbau, Vogelnester unter den Modulen, verschobene Module, Laub in den Zwischenräumen und sichtbare Bruchstellen im Glas. Ein Drittel aller Ertragsprobleme lässt sich so ohne jedes Werkzeug erkennen.

Wann der Fachbetrieb muss

Wenn ein Strang ganz ausgefallen ist, wenn Fehlermeldungen wiederkehren oder wenn nach den vier Schritten keine Erklärung gefunden ist. Eine Kennlinienmessung an den Strängen kostet 200 bis 450 Euro und findet den Fehler zuverlässig. Bei einem Ausfall im Sommer lohnt sich Eile: Bei 10 Kilowatt-Peak gehen je Monat rund 1.000 Kilowattstunden verloren.

Zur Einordnung: Ein einzelnes defektes Modul in einem Strang aus 12 kostet grob 8 Prozent des Strangertrags, ein komplett ausgefallener Strang bei zwei Strängen die Hälfte der Anlage.

Legen Sie sich die Vergleichszahlen einmal an: Monatserträge des ersten vollen Betriebsjahres in einer Tabelle. Danach ist jede Abweichung in zwei Minuten erkennbar, und die Diskussion mit dem Installateur beginnt mit Zahlen statt mit einem Eindruck.

Ein Punkt zur Dokumentation: Notieren Sie den Tag, an dem der Rückgang begann. Diese eine Angabe grenzt die Ursachen erheblich ein, weil sie sich mit Wetterereignissen, Bauarbeiten in der Nachbarschaft und Wartungsterminen abgleichen lässt.

Und prüfen Sie, ob eine Softwareaktualisierung des Wechselrichters stattgefunden hat. Nach Aktualisierungen sind Einstellungen zur Wirkleistungsbegrenzung schon auf Werkswerte zurückgesprungen, und die Anlage lieferte danach dauerhaft weniger als möglich.

Quellen
  1. VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
  2. Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV, Gesetze im Internet)
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.