Was tun, wenn das Monitoring keine Daten mehr liefert?
Ein Monitoring, das keine Daten liefert, ist ein doppeltes Problem: Es zeigt nicht, ob die Anlage läuft, und es verdeckt jeden anderen Fehler.
Bild: KI-erzeugtZuerst prüfen, ob nur die Datenverbindung ausgefallen ist oder die Anlage selbst. Ein Ausfall des Portals bedeutet nicht, dass die Anlage steht, aber er verdeckt jeden echten Fehler.
Der erste Blick
Direkt am Wechselrichter. Fast jedes Gerät hat ein Display oder Statusleuchten. Zeigt es Betrieb und aktuelle Leistung, arbeitet die Anlage, und nur die Datenübertragung ist gestört. Zeigt es nichts oder eine Fehlermeldung, liegt das Problem tiefer. Dieser Schritt dauert eine Minute und beantwortet die wichtigste Frage.
Die häufigsten Ursachen für Datenausfall
Ein geänderter Netzwerkschlüssel nach einem Routertausch. Eine neue Router-Firmware, die alte Verschlüsselungsverfahren abschaltet. Ein Stromausfall, nach dem sich der Datenlogger nicht neu verbunden hat. Eine Änderung beim Portalbetreiber, die eine Aktualisierung der Gerätesoftware verlangt. Und schlicht ein gezogener Netzwerkstecker bei Arbeiten im Technikraum.
Was sich selbst beheben lässt
Datenlogger und Wechselrichter für 30 Sekunden stromlos machen und neu starten. Die Netzwerkverbindung prüfen, bei WLAN die Signalstärke am Aufstellort. Zugangsdaten neu eingeben. Und die Portal-App auf Aktualisierungen prüfen. In der Mehrzahl der Fälle ist das Problem damit erledigt, ohne dass ein Techniker kommen muss.
Warum der Ausfall trotzdem ernst zu nehmen ist
Ohne Monitoring fällt ein ausgefallener Strang oder ein defektes Modul monatelang nicht auf. Bei 10 Kilowatt-Peak und einem halbierten Ertrag über einen Sommer gehen leicht 3.000 Kilowattstunden verloren. Das Monitoring ist damit kein Komfort, sondern die einzige laufende Kontrolle, die eine Anlage hat.
Was ein gutes Monitoring zeigen sollte
Tages-, Monats- und Jahreserträge, die Leistung je Strang, Fehlermeldungen mit Zeitstempel und im Idealfall eine Benachrichtigung bei Ausfall. Anlagen mit Leistungsoptimierern zeigen zusätzlich jedes Modul einzeln. Wer diese Funktionen hat, sollte die Benachrichtigung aktivieren; sie ist der Unterschied zwischen einem Ausfall von 2 Tagen und einem von 2 Monaten.
Der Zählerstand. Wer einmal im Monat den Einspeisezähler abliest und mit dem Vormonat vergleicht, erkennt einen groben Ausfall auch ohne Technik. Das ersetzt kein Monitoring, ist aber besser als gar nichts und funktioniert unabhängig von Internetverbindungen und Portalbetreibern.
Zur Einordnung: Ein Datenlogger kostet 150 bis 400 Euro, ein unbemerkter Strangausfall über einen Sommer ein Vielfaches davon.
Notieren Sie sich einen festen Termin im Monat für den Blick auf die Zahlen. Diese fünf Minuten sind die wirtschaftlichste Wartung, die eine Photovoltaikanlage kennt.
Ein Hinweis zur Datensicherung: Exportieren Sie einmal im Jahr die Monatserträge aus dem Portal. Portale werden eingestellt, Anbieter wechseln, und historische Daten sind dann verloren.
Diese Datei ist zugleich der Nachweis für einen Leistungsgarantiefall und beim Hausverkauf das stärkste Argument für den Zustand der Anlage. Sie kostet fünf Minuten im Jahr. Ein Punkt zur Einrichtung: Legen Sie die Zugangsdaten zum Portal in die Anlagenunterlagen. Bei einem Betreiberwechsel oder nach einem Gerätetausch sind sie sonst nicht mehr auffindbar, und die Anlage lässt sich nicht mehr auslesen. Notieren Sie sie zusammen mit der Seriennummer des Wechselrichters.