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Photovoltaik · Störung & Schaden

Darf man alte und neue Module in einem Strang mischen?

Beim Austausch eines defekten Moduls stellt sich die Frage nach dem Ersatz. Die Antwort entscheidet darüber, ob der Strang danach wieder volle Leistung liefert.

Darf man alte und neue Module in einem Strang mischen?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Besser nicht. In einer Reihenschaltung bestimmt das schwächste Modul den Strom. Ein Ersatzmodul sollte in Nennleistung, Spannung und Strom möglichst genau zum Original passen.

Warum die Reihenschaltung so empfindlich ist

In einem Strang fließt überall derselbe Strom. Liefert ein Modul weniger Strom als die anderen, begrenzt es den gesamten Strang. Ein modernes Modul mit 430 Watt und höherem Kurzschlussstrom in einem Strang aus 250-Watt-Modulen bringt deshalb keinen Vorteil: Es wird auf den Strom der alten Module heruntergezogen und liefert nicht mehr als diese.

Was passen muss

Drei Werte aus dem Datenblatt: der Kurzschlussstrom, der Strom im Arbeitspunkt und die Spannung im Arbeitspunkt. Der Strom sollte möglichst genau übereinstimmen, weil er die Begrenzung bestimmt. Bei der Spannung sind kleinere Abweichungen unkritisch, sie addieren sich im Strang und werden vom Wechselrichter ausgeregelt, solange der Spannungsbereich eingehalten wird.

Woher man passenden Ersatz bekommt

Aus dem Handel für Auslaufware, von Gebrauchtmodulhändlern oder aus eigenen Rücklagen. Bei einer Anlage, die 12 Jahre alt ist, sind Originalmodule oft nicht mehr neu erhältlich, und gebrauchte kosten 15 bis 60 Euro je Stück. Für den Betreiber ist das die bessere Lösung als ein neues Modul mit anderen Werten.

Die Alternative bei größeren Abweichungen

Ein eigener Strang. Wer mehrere Module ersetzt oder eine Anlage erweitert, kann die neuen Module in einem getrennten Strang an einen eigenen Regelbereich des Wechselrichters hängen. Dann arbeiten alte und neue Module unabhängig voneinander in ihrem jeweils besten Arbeitspunkt. Moderne Wechselrichter haben 2 bis 4 solcher Bereiche.

Was Leistungsoptimierer ändern

Sie entkoppeln jedes Modul vom Strang, und damit ist ein gemischter Bestand unproblematisch. Wer eine Anlage mit Optimierern betreibt, kann ein einzelnes Modul beliebigen Typs ersetzen, solange es zum Optimierer passt. Das ist einer der praktischen Vorteile dieser Systeme, der im Verkaufsgespräch selten genannt wird.

Zur Einordnung: Ein falsch gewähltes Ersatzmodul in einem Strang aus 12 Modulen kann den Strangertrag um 10 bis 20 Prozent senken, also mehr kosten als das Modul selbst.

Legen Sie deshalb bei der Errichtung ein bis zwei Ersatzmodule beiseite, wenn Platz vorhanden ist. Sie kosten 200 bis 300 Euro und lösen dieses Problem für die gesamte Laufzeit.

Ein Hinweis zur Praxis: Manche Betriebe bieten an, bei einem Defekt gleich den ganzen Strang zu erneuern. Das ist bei alten Anlagen mit vielen Ausfällen sinnvoll, bei einem Einzelfall aber unverhältnismäßig teuer.

Rechnen Sie gegen: Ein Strang aus 12 Modulen kostet mit Montage 3.000 bis 5.000 Euro, ein einzelnes passendes Ersatzmodul 200 bis 400 Euro einschließlich Gerüst.

Und lassen Sie prüfen, ob der Wechselrichter die neue Strangkonfiguration überhaupt verträgt. Bei einer Erneuerung ändern sich Spannung und Strom, und ein 15 Jahre altes Gerät ist darauf nicht ausgelegt. Prüfen Sie deshalb vor der Bestellung das Datenblatt beider Module nebeneinander, insbesondere Kurzschlussstrom und Arbeitsstrom in Ampere.

Quellen
  1. VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
  2. Fraunhofer ISE, Daten zu erneuerbaren Energien in Deutschland
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.