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Photovoltaik · Störung & Schaden

Warum löst der Fehlerstromschutzschalter aus?

Ein auslösender Fehlerstromschutzschalter ist unbequem und tut genau das, wofür er da ist. Wer ihn wiederholt zurücksetzt, ohne die Ursache zu suchen, hebelt den Schutz aus.

Warum löst der Fehlerstromschutzschalter aus?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Weil ein Fehlerstrom gegen Erde fließt, meist wegen Feuchtigkeit in einer Verbindung oder einer beschädigten Isolierung. Wiederholtes Auslösen ist ein Sicherheitshinweis und kein Zufall.

Was er misst

Er vergleicht den hin- und den zurückfließenden Strom. Fehlt Strom auf dem Rückweg, fließt er über einen anderen Pfad ab, etwa über einen Menschen oder über eine feuchte Stelle. Ab einem Differenzstrom von typischerweise 30 Milliampere schaltet der Schalter ab. Für Photovoltaikanlagen sind je nach Wechselrichtertyp allstromsensitive Ausführungen vorgeschrieben, weil ein Fehler auch als Gleichstromanteil auftreten kann.

Die typischen Ursachen

Feuchtigkeit in Steckverbindern oder Anschlussdosen. Beschädigte Leitungsisolierung durch Tierbiss oder Scheuern. Ein defekter Wechselrichter mit Fehler auf der Netzseite. Und Ableitströme, die im Normalbetrieb entstehen und sich über mehrere Geräte summieren: Jeder Wechselrichter hat betriebsbedingte Ableitströme, und wenn mehrere Geräte auf einem Schutzschalter liegen, kann die Summe die Auslöseschwelle erreichen, ohne dass ein Defekt vorliegt.

Wie man eingrenzt

Alle Verbraucher trennen, dann einzeln zuschalten und beobachten, wann es auslöst. Löst es ohne die Anlage nicht aus, liegt die Ursache dort. Löst es nur morgens oder bei Regen aus, spricht das für Feuchtigkeit. Löst es sofort und dauerhaft aus, ist ein echter Defekt wahrscheinlich. Diese drei Muster grenzen das Feld erheblich ein und lassen sich ohne Werkzeug feststellen.

Was Sie nicht tun sollten

Den Schalter überbrücken oder gegen einen mit höherem Auslösestrom tauschen. Beides beseitigt die Anzeige und nicht die Ursache, und beides ist bei einem Personenschaden ein schwerer Vorwurf. Ebenso wenig sollte man die Anlage bei wiederkehrendem Auslösen einfach weiterlaufen lassen; die Ursache verschlimmert sich in aller Regel.

Was der Fachbetrieb macht

Er misst den Isolationswiderstand je Strang, prüft die Ableitströme des Wechselrichters und sucht mit Thermografie oder Kennlinienmessung nach der Fehlerstelle. Diese Untersuchung kostet 200 bis 450 Euro. Bei Anlagen mit mehreren Wechselrichtern kann die Lösung darin bestehen, die Geräte auf getrennte Schutzschalter zu verteilen.

Zur Einordnung der Dringlichkeit: Ein Fehlerstrom ist der einzige Anlagenfehler, der Menschen unmittelbar gefährden kann. Er hat deshalb Vorrang vor jeder Ertragsüberlegung.

Lassen Sie die Auslösezeitpunkte protokollieren, mit Datum, Uhrzeit und Wetterlage. Diese Liste ist die wertvollste Vorarbeit, die ein Betreiber leisten kann.

Ein Hinweis zur Ausführung: Wechselrichter mit Trafo und solche ohne haben unterschiedliche Anforderungen an den Schutzschalter. Bei trafolosen Geräten ist häufig ein allstromsensitiver Typ vorgeschrieben, weil ein Fehlerstrom mit Gleichanteil auftreten kann.

Ein falscher Typ erkennt solche Fehler nicht und schützt nicht. Das gehört ins Prüfprotokoll und ist bei älteren Anlagen ein häufiger Befund.

Lassen Sie diesen Punkt bei der nächsten Prüfung ausdrücklich kontrollieren. Zur Einordnung: Die Prüfung dauert wenige Minuten, weil der Typ auf dem Schalter aufgedruckt ist. Ein Austausch kostet 80 bis 250 Euro einschließlich Arbeit und ist damit die günstigste sicherheitsrelevante Nachrüstung, die eine Anlage kennt. Sie gehört in jedes Prüfprotokoll und wird trotzdem oft übersehen. Zur Einordnung: Übliche Auslöseschwellen liegen bei 30 Milliampere, und betriebsbedingte Ableitströme eines Wechselrichters bewegen sich im Bereich weniger Milliampere. Bei 3 Geräten auf einem Schalter kann die Summe die Schwelle erreichen, ohne dass ein Defekt vorliegt. Ein Austausch dauert 30 Minuten und kostet 80 bis 250 Euro.

Quellen
  1. VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
  2. Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV, Gesetze im Internet)
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.