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Photovoltaik · Störung & Schaden

Woran erkennt man einen Hagelschaden?

Hagel ist der Schaden, der am häufigsten übersehen wird, weil er die Anlage nicht sofort stoppt. Genau deshalb ist die zeitnahe Prüfung so wichtig.

Woran erkennt man einen Hagelschaden?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

An sternförmigen Einschlagstellen im Glas und an Mikrorissen, die erst im Elektrolumineszenzbild sichtbar werden. Der Ertrag sinkt oft erst Monate später spürbar.

Was Module aushalten

Die Prüfnorm belastet Module mit Eiskugeln von 25 Millimetern Durchmesser bei rund 80 Kilometern je Stunde an definierten Punkten. Größere Körner oder ungünstige Winkel überschreiten das. Frontglas von 3,2 Millimetern hält mehr aus als das dünnere Glas von Glas-Glas-Modulen, das dafür beidseitig vorhanden ist. Entscheidend ist neben der Korngröße die Aufprallgeschwindigkeit, und die hängt vom Wind ab.

Die beiden Schadensbilder

Sichtbarer Glasbruch mit sternförmigem Muster ist eindeutig. Häufiger sind Mikrorisse in den Zellen ohne jede Spur im Glas. Sie unterbrechen Leiterbahnen teilweise, und der Verlust wächst über Monate, weil Temperaturwechsel die Risse weiten. Ein Modul kann also nach einem Hagelereignis unauffällig aussehen und ein Jahr später 20 Prozent weniger liefern.

Wie man es nachweist

Mit einer Elektrolumineszenzaufnahme. Dabei wird Strom in die Module eingespeist, und eine empfindliche Kamera fotografiert das Infrarotleuchten. Risse erscheinen als dunkle Linien. Solche Aufnahmen erfolgen nachts und kosten je nach Anlagengröße 400 bis 900 Euro. Sie sind der einzige belastbare Nachweis für Mikrorisse.

Warum die Frist drängt

Versicherer verlangen einen zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang zum Ereignis. Wer den Schaden erst nach 2 Jahren meldet, muss belegen, dass er vom Hagel stammt und nicht von Alterung. Nach einem Unwetter mit Hagelkörnern über 20 Millimetern lohnt sich deshalb eine Meldung und eine Dokumentation, auch wenn der Ertrag zunächst normal ist.

Was Sie sofort tun sollten

Fotografieren, das Datum des Unwetters festhalten, Wetterdaten sichern und die Anlage vom Boden aus mit einem Fernglas absuchen. Den Ertrag der folgenden Wochen mit dem Vorjahr vergleichen. Und den Versicherer informieren, dass ein Hagelereignis stattgefunden hat, auch wenn noch kein Schaden feststeht.

Zur Einordnung: Der Austausch eines Moduls kostet mit Gerüst 200 bis 400 Euro, eine Elektrolumineszenzprüfung der gesamten Anlage 400 bis 900 Euro. Bei einem größeren Ereignis übernimmt der Versicherer diese Kosten häufig.

Prüfen Sie zudem, ob Ihre Police Hagel überhaupt einschließt und ob eine Selbstbeteiligung vereinbart ist. Bei einer Selbstbeteiligung von 500 Euro lohnt die Meldung erst ab mehreren betroffenen Modulen.

Ein Hinweis zur Abgrenzung: Mikrorisse entstehen durch Hagel, aber ebenso durch Transport, unsachgemäßes Betreten und Montagefehler. Das Rissmuster unterscheidet sich, und ein Sachverständiger kann die Ursachen trennen.

Genau deshalb ist die zeitnahe Dokumentation nach einem Unwetter so wichtig: Sie ordnet den Befund einem Ereignis zu, bevor andere Erklärungen möglich werden.

Prüfen Sie außerdem die Dachfläche selbst. Hagel, der Module beschädigt, beschädigt in aller Regel auch Ziegel, Dachrinnen und Fassaden, und diese Schäden gehören in dieselbe Meldung. Zur Einordnung: Ein Unwetter mit Körnern über 30 Millimetern beschädigt regelmäßig auch Dachflächenfenster und Fassadenverkleidungen, und diese Positionen erhöhen die Schadenssumme erheblich. Melden Sie deshalb den gesamten Schaden in einem Vorgang, nicht die Anlage getrennt vom Dach.

Quellen
  1. Produktsicherheitsgesetz (Gesetze im Internet)
  2. VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.