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Photovoltaik · Recht & Pflicht

Wohin mit alten Solarmodulen?

Am Ende ihrer Laufzeit sind Module kein Bauschutt, sondern Elektroaltgeräte. Das entscheidet darüber, wer sie annehmen muss und was es kostet.

Wohin mit alten Solarmodulen?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Zum Wertstoffhof oder zum Hersteller. Solarmodule sind Elektroaltgeräte und unterliegen der Rücknahmepflicht. Für Privathaushalte ist die Abgabe kostenlos, gewerbliche Mengen werden gesondert geregelt.

Die rechtliche Einordnung

Photovoltaikmodule fallen unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz. Hersteller und Importeure sind registrierungs- und rücknahmepflichtig, und die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger nehmen Module aus privaten Haushalten an. Für den Betreiber heißt das: Die Abgabe am Wertstoffhof ist in aller Regel kostenlos, sofern es sich um haushaltsübliche Mengen handelt. Bei größeren Mengen aus gewerblichen Anlagen greift eine andere Regelung, und dort trägt der Betreiber die Kosten oder der Hersteller nach vertraglicher Vereinbarung.

Was ein Modul enthält

Rund 70 bis 75 Prozent der Masse ist Glas, dazu kommen Aluminiumrahmen, eingebettete Siliziumzellen, Kunststofffolien und Kupferbändchen mit geringen Mengen Silber. Der Aluminiumrahmen und das Glas sind gut verwertbar, die Trennung der Zellschicht ist aufwendiger. Die gesetzlichen Verwertungsquoten liegen hoch, und moderne Verfahren erreichen sie. Ein Modul im Restmüll ist deshalb unzulässig und zugleich eine Vernichtung von Material.

Was mit funktionierenden Modulen möglich ist

Ein Modul, das nach 20 Jahren noch 85 Prozent Leistung liefert, ist kein Abfall. Für gebrauchte Module gibt es einen Markt, vor allem für Gartenhäuser, Wohnmobile und Inselanlagen. Preise liegen je nach Zustand bei 15 bis 60 Euro je Modul. Wer eine Anlage erneuert, sollte den Weiterverkauf prüfen, bevor er entsorgt, und dabei die Leistung einzelner Module messen lassen.

Der Rückbau selbst

Er ist Elektroarbeit. Ein Strang steht unter Gleichspannung, sobald Licht auf die Module fällt, und liegt je nach Aufbau bei mehreren hundert Volt. Freischalten, Trennen und Sichern gehören deshalb in die Hand eines eingetragenen Betriebs. Die Kosten für Rückbau und Entsorgung einer Anlage mit 10 kWp liegen grob bei 1.000 bis 2.500 Euro, je nach Dachform und Gerüstbedarf.

Was bei einem Teiltausch gilt

Wird nur ein defektes Modul ersetzt, sollte es elektrisch zum Strang passen. Ein moderneres Modul mit anderer Spannung oder anderem Strom kann den ganzen Strang bremsen, weil der schwächste Teilnehmer den Strom bestimmt. Häufig ist es sinnvoller, ein gebrauchtes Modul desselben Typs zu beschaffen als ein neues mit besseren Daten.

Melden Sie die Stilllegung im Marktstammdatenregister, wenn eine Anlage endgültig abgebaut wird. Auch das ist binnen eines Monats vorgesehen und wird regelmäßig vergessen.

Bewahren Sie beim Rückbau die Typenschilder oder fotografieren Sie sie. Sie sind der einzige Nachweis über Hersteller und Leistung, wenn später eine Garantie geltend gemacht werden soll.

Und planen Sie den Rückbau nicht in den Winter: Auf einem vereisten Dach ist die Arbeit gefährlich, und Betriebe verlangen dafür Zuschläge.

Zur Lebensdauer: Module verlieren typischerweise 0,3 bis 0,5 Prozent Leistung im Jahr. Nach 25 Jahren liegen sie damit noch bei 85 bis 90 Prozent, und die meisten laufen deutlich länger als die 20 Jahre Förderdauer. Der häufigste Grund für einen Austausch ist deshalb nicht der Defekt, sondern der Wunsch nach mehr Leistung auf derselben Fläche.

Quellen
  1. Produktsicherheitsgesetz (Gesetze im Internet)
  2. Bundesnetzagentur
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.