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Photovoltaik · Unterschiede

Was ist besser für den Überschuss: Wärmepumpe oder Heizstab?

Beide Geräte verwandeln Strom in Wärme und unterscheiden sich um den Faktor drei bis vier. Trotzdem ist der Heizstab nicht automatisch die schlechtere Wahl.

Was ist besser für den Überschuss: Wärmepumpe oder Heizstab?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Die Wärmepumpe macht aus 1 kWh Strom 3 bis 4 kWh Wärme, der Heizstab nur 1 kWh. Der Heizstab ist dafür sehr günstig und lohnt sich nur für Überschuss, der sonst eingespeist würde.

Der Unterschied im Wirkungsprinzip

Ein Heizstab wandelt elektrische Energie direkt in Wärme um, mit einem Wirkungsgrad nahe 100 Prozent. Aus 1 kWh Strom wird 1 kWh Wärme. Eine Wärmepumpe nutzt Strom, um Wärme aus der Umgebung anzuheben. Ihre Jahresarbeitszahl liegt je nach Quelle und Vorlauftemperatur bei 3 bis 4,5. Aus derselben Kilowattstunde werden also 3 bis 4,5 kWh Wärme. Für dieselbe Wärmemenge braucht der Heizstab damit drei- bis viereinhalbmal so viel Strom.

Warum der Heizstab trotzdem vorkommt

Weil er 200 bis 600 Euro kostet und in fast jeden vorhandenen Warmwasserspeicher passt. Eine Wärmepumpe kostet einschließlich Installation 15.000 bis 35.000 Euro und ersetzt die gesamte Heizung. Für Überschussstrom, der sonst für wenige Cent eingespeist würde, ist die Rechnung des Heizstabs einfach: Jede so genutzte Kilowattstunde ersetzt Gas oder Öl im Warmwasserspeicher und ist damit mehr wert als die Einspeisevergütung.

Wann sich der Heizstab lohnt

Wenn viel Überschuss anfällt und die Alternative die Einspeisung ist. Ein typisches Beispiel: Eine Anlage mit 10 kWp, ein Haushalt mit 4.000 kWh Verbrauch und kein Speicher. Im Sommer fallen an vielen Tagen 20 bis 40 kWh Überschuss an, während der Warmwasserbedarf bei 4 bis 8 kWh liegt. Ein Heizstab mit 2 bis 3 Kilowatt, gesteuert über einen Überschussregler, deckt das vollständig und spart im Sommerhalbjahr das Warmwasser aus Gas.

Wann sich die Wärmepumpe lohnt

Wenn die Heizung ohnehin ersetzt werden muss. Dann ist die Frage nicht Wärmepumpe gegen Heizstab, sondern Wärmepumpe gegen Gaskessel. Die Photovoltaikanlage verbessert die Rechnung der Wärmepumpe erheblich, weil sie im Frühjahr und Herbst einen Teil des Strombedarfs deckt. Im tiefsten Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten braucht, liefert die Anlage am wenigsten, und dieser Punkt gehört ehrlich in jede Rechnung.

Die Kombination

Viele Wärmepumpen haben bereits einen Heizstab als Zusatzheizung für sehr kalte Tage. Er kann zusätzlich für Überschussnutzung angesteuert werden. Wichtig ist eine Regelung, die den Heizstab nur bei tatsächlichem Überschuss zuschaltet und nicht bei Netzbezug, denn dann kehrt sich die Rechnung um: Aus 35 Cent Strom wird eine Kilowattstunde Wärme, die aus Gas ein Bruchteil gekostet hätte.

Zur Einordnung: Ein Vierpersonenhaushalt braucht für Warmwasser grob 1.500 bis 2.500 kWh Wärme im Jahr. Davon lassen sich mit einem Heizstab und Solarüberschuss im Sommerhalbjahr rund 60 bis 80 Prozent decken.

Achten Sie bei der Steuerung auf die Legionellenschaltung: Der Speicher muss regelmäßig auf über 60 Grad gebracht werden, und das gelingt mit Überschuss allein nicht immer.

Ein dritter Weg ist der Warmwasserwärmepumpe im Keller. Sie kostet 2.000 bis 4.000 Euro, erreicht Arbeitszahlen von 2,5 bis 3,5 und nutzt die Abwärme des Aufstellraums. Für Häuser mit Gasheizung, die vorerst bleiben soll, ist sie oft die wirtschaftlichste Verbindung zwischen Photovoltaik und Warmwasser.