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Photovoltaik · Unterschiede

Lohnt ein Balkonkraftwerk oder gleich eine Dachanlage?

Beide Wege heißen Photovoltaik und haben wenig miteinander zu tun. Der eine ist ein Gerät, der andere eine Baumaßnahme.

Lohnt ein Balkonkraftwerk oder gleich eine Dachanlage?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Das Balkonkraftwerk deckt die Grundlast und amortisiert sich in 3 bis 5 Jahren, liefert aber nur 550 bis 750 kWh. Eine Dachanlage kostet das Zwanzigfache und liefert das Fünfzehnfache.

Die Größenordnungen

Ein Steckersolargerät bringt bis zu 800 Watt Einspeiseleistung und liefert an einem guten Standort 550 bis 750 kWh im Jahr. Es kostet 350 bis 800 Euro und wird selbst angebracht. Eine Dachanlage mit 10 kWp liefert 9.000 bis 11.000 kWh und kostet je nach Ausführung 12.000 bis 20.000 Euro einschließlich Montage. Das Verhältnis von Ertrag zu Kosten ist bei beiden ähnlich, die absolute Wirkung ist es nicht.

Was sich davon nutzen lässt

Ein Steckersolargerät speist ein, was gerade erzeugt wird, ohne Speicher und ohne Steuerung. Genutzt wird nur, was zeitgleich verbraucht wird. Bei einer Grundlast von 150 bis 300 Watt durch Kühlgeräte, Router und Standby lässt sich der größte Teil der Erzeugung tatsächlich nutzen. Wer tagsüber niemanden im Haus hat und keine Grundlast, verschenkt einen Teil. Vergütet wird der Überschuss praktisch nicht, weil sich die Anmeldung als Einspeiser nicht lohnt.

Was die Dachanlage zusätzlich kann

Sie speist vergütet ein, lässt sich mit Speicher, Wärmepumpe und Wallbox koppeln und deckt einen erheblichen Teil des Jahresverbrauchs. Sie ist zugleich eine bauliche Maßnahme mit Statik, Abdichtung, Anmeldung und Abnahme. Und sie ist an das Gebäude gebunden: Wer umzieht, lässt sie zurück, während das Steckersolargerät mitwandert.

Die Amortisation im Vergleich

Ein Gerät für 500 Euro, das 600 kWh liefert und davon 500 kWh im Haus nutzt, spart bei 35 Cent je kWh rund 175 Euro im Jahr. Das ergibt knapp 3 Jahre bis zur Amortisation. Eine Dachanlage für 16.000 Euro mit 9.500 kWh, davon 2.800 kWh Eigenverbrauch und 6.700 kWh Einspeisung, kommt auf rund 1.500 Euro im Jahr und damit auf etwa 11 Jahre. Beide Werte liegen deutlich unter der Lebensdauer.

Wann welcher Weg passt

Das Steckersolargerät passt für Mieter, für Wohnungen, für Zwischenlösungen und als Einstieg ohne Bindung. Die Dachanlage passt für Eigentümer mit eigenem Dach, insbesondere wenn Wärmepumpe oder Elektroauto absehbar sind. Beides schließt sich nicht aus: Ein Gerät auf dem Balkon der Einliegerwohnung neben einer Dachanlage ist unproblematisch, solange beide gemeldet sind.

Zur Einordnung der Grenzen: Ein Gerät mit 800 Watt deckt an einem sonnigen Junitag zwischen 10 und 16 Uhr die typische Grundlast eines Haushalts vollständig. Es deckt weder eine Waschmaschine mit 2.000 Watt noch eine Wärmepumpe. Wer solche Erwartungen hat, wird enttäuscht sein.

Für die Entscheidung genügt eine Frage: Steht ein eigenes Dach zur Verfügung, und bleibt man dort die nächsten 10 Jahre? Wenn ja, ist die Dachanlage der wirtschaftlich stärkere Weg. Wenn nein, ist das Steckersolargerät die einzige, die trotzdem funktioniert.

Ein Punkt, der die Rechnung des Steckersolargeräts kippen kann, ist die Ausrichtung. An einem Nordbalkon liefert dasselbe Gerät statt 650 kWh nur 250 bis 350 kWh, und die Amortisation verdoppelt sich auf 6 bis 10 Jahre. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf, wie viele Stunden direkte Sonne der geplante Ort tatsächlich bekommt.

Quellen
  1. Marktstammdatenregisterverordnung (MaStRV, Gesetze im Internet)
  2. Fraunhofer ISE, Daten zu erneuerbaren Energien in Deutschland
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.