Was ist der Unterschied zwischen kWp und kWh?
Die beiden Einheiten stehen in jedem Angebot nebeneinander und werden regelmäßig verwechselt. Wer sie auseinanderhält, kann jedes Angebot in zwei Minuten prüfen.
Bild: KI-erzeugtkWp ist die Leistung unter Normbedingungen, also die Größe der Anlage. kWh ist die Energiemenge, also der Ertrag. Eine Anlage mit 10 kWp liefert in Deutschland grob 9.000 bis 11.000 kWh im Jahr.
Kilowatt-Peak ist eine Leistung
Das Peak steht für Spitzenleistung unter genormten Testbedingungen: 1.000 Watt Einstrahlung je Quadratmeter, 25 Grad Zelltemperatur und ein festgelegtes Lichtspektrum. Diese Bedingungen treten in der Praxis fast nie ein, sie dienen nur dem Vergleich. Ein Modul mit 430 Watt Peak liefert also unter Laborbedingungen 430 Watt, an einem heißen Julitag mit 60 Grad Modultemperatur eher 370 Watt und an einem trüben Novembertag vielleicht 40 Watt. Die Angabe sagt damit etwas über die Größe der Anlage aus, nicht darüber, was sie erzeugt. Genau deshalb steht sie im Angebot, im Marktstammdatenregister und in den Vergütungsstufen.
Kilowattstunde ist eine Energiemenge
Eine Kilowattstunde ist die Energie, die eine Leistung von einem Kilowatt in einer Stunde liefert oder verbraucht. Sie ist die Einheit, in der die Stromrechnung, die Einspeisevergütung und der Speicher gemessen werden. Ein Haushalt mit vier Personen verbraucht typischerweise 3.500 bis 4.500 kWh im Jahr, ein Elektroauto mit 12.000 Kilometern Fahrleistung rund 1.800 kWh, eine Wärmepumpe für ein saniertes Einfamilienhaus 3.000 bis 5.000 kWh. Diese Zahlen sind die Grundlage jeder Dimensionierung, nicht die Dachfläche.
Wie beide zusammenhängen
Über den spezifischen Ertrag, gemessen in Kilowattstunden je Kilowatt-Peak und Jahr. In Deutschland liegt er je nach Standort und Ausrichtung bei 900 bis 1.100 kWh je kWp. Im Süden eher am oberen Rand, an der Küste und im Mittelgebirge eher darunter. Eine Anlage mit 10 kWp liefert damit grob 9.000 bis 11.000 kWh im Jahr. Diese eine Faustregel ersetzt die meisten Ertragsrechnungen in Verkaufsgesprächen und lässt sich im Kopf anwenden.
Warum die Wechselrichterleistung noch einmal anders ist
Der Wechselrichter trägt eine Angabe in Kilowatt, ohne Peak. Sie beschreibt, wie viel Wechselstrom er höchstens abgeben kann. Üblich ist eine Auslegung mit 80 bis 100 Prozent der Modulleistung, weil die Spitzenleistung ohnehin selten erreicht wird. Eine Anlage mit 10 kWp Modulen und 8 kW Wechselrichter verliert über das Jahr nur etwa 1 bis 2 Prozent Ertrag, spart aber Kosten. Für die Vergütungsstufe und für die Steuerbefreiung zählt trotzdem die Modulleistung.
Wo die Verwechslung Geld kostet
Bei der Steuerbefreiung, die an 30 kWp hängt, bei der Vergütungsstufe, die bei 10 kWp wechselt, und bei jedem Angebotsvergleich. Wer zwei Angebote mit 9,8 und 10,4 kWp nebeneinanderlegt, vergleicht nicht nur 6 Prozent mehr Leistung, sondern gegebenenfalls zwei verschiedene Vergütungsstufen. Und wer eine Anlage nach kWh dimensionieren will, muss den Jahresverbrauch kennen, nicht die Quadratmeter.
Merken lässt sich der Unterschied an einem Vergleich: kWp ist die Motorleistung, kWh die gefahrenen Kilometer. Ein starker Motor sagt nichts darüber, wie weit jemand fährt.
Für die Praxis genügt eine Rechnung: Jahresverbrauch in kWh geteilt durch 1.000 ergibt ungefähr die sinnvolle Anlagengröße in kWp, wenn ein hoher Eigenverbrauch angestrebt wird.