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Photovoltaik · Ertrag & Kosten

Wie stark verlieren Module über die Jahre an Leistung?

Die Degradation ist die einzige Ertragsminderung, die planbar ist. Sie wird oft überschätzt und ist der Grund, warum alte Anlagen weit besser laufen als erwartet.

Wie stark verlieren Module über die Jahre an Leistung?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Jährlich 0,3 bis 0,5 Prozent. Nach 20 Jahren liegt eine Anlage damit bei 90 bis 94 Prozent, nach 25 Jahren bei 88 bis 92 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung.

Wie der Verlust zustande kommt

Drei Mechanismen wirken zusammen. Die Anfangsdegradation in den ersten Betriebsstunden, üblich 1 bis 3 Prozent, ist in der Nennleistung meist schon berücksichtigt. Danach folgt eine langsame Alterung durch Lichteinwirkung, Temperaturwechsel und Feuchtigkeit. Hinzu kommen Einzelschäden wie Mikrorisse, die durch Hagel, Schnee oder unsachgemäßes Betreten entstehen und den Verlust punktuell erhöhen.

Was Hersteller garantieren

Übliche Leistungsgarantien nennen 98 Prozent nach dem ersten Jahr und danach eine jährliche Abnahme von 0,3 bis 0,55 Prozent, sodass nach 25 Jahren 80 bis 87 Prozent garantiert sind. Glas-Glas-Module tragen häufig günstigere Werte und längere Laufzeiten, teils 30 Jahre. Die Garantie beschreibt eine Untergrenze; tatsächliche Messungen an alten Anlagen liegen meist darüber.

Was das für die Rechnung bedeutet

Über 20 Jahre summiert sich der Verlust auf etwa 4 bis 5 Prozent des Gesamtertrags. Bei einer Anlage mit 10 Kilowatt-Peak und 9.500 Kilowattstunden im ersten Jahr sind das rund 8.000 Kilowattstunden über die Laufzeit. In Euro ausgedrückt bei einem Mischwert von 20 Cent etwa 1.600 Euro. Das ist spürbar, aber deutlich weniger als die Unsicherheit beim Strompreis.

Was die Degradation beschleunigt

Hohe Dauertemperaturen durch fehlende Hinterlüftung, häufige Temperaturwechsel, mechanische Belastung und das sogenannte potenzialinduzierte Degradieren, bei dem Spannungsdifferenzen zwischen Zellen und geerdetem Rahmen Leistung abziehen. Moderne Module und Wechselrichter sind dagegen weitgehend unempfindlich, bei Anlagen aus den frühen 2010er Jahren kommt der Effekt vor und ist teilweise reversibel.

Wie man den eigenen Verlust misst

Über den spezifischen Jahresertrag, korrigiert um die Einstrahlung des jeweiligen Jahres. Reine Jahresvergleiche ohne diese Korrektur sind wertlos, weil zwischen einem sonnenreichen und einem trüben Jahr leicht 10 Prozent liegen. Wer über 5 Jahre einen Trend von mehr als 1 Prozent Verlust je Jahr sieht, sollte die Anlage prüfen lassen.

Zur Einordnung des Alters: Anlagen aus den Jahren 2000 bis 2005 liefern heute überwiegend noch 85 bis 90 Prozent ihrer Nennleistung. Die technische Lebensdauer liegt damit deutlich über den 20 Jahren Förderdauer.

Für die Planung heißt das: Rechnen Sie mit 25 bis 30 Jahren Nutzung und mit 0,4 Prozent Verlust im Jahr. Beide Werte sind belastbar und liegen auf der sicheren Seite.

Zur Einordnung im Vergleich: Verschmutzung kostet 1 bis 3 Prozent, Verschattung 5 bis 25 Prozent, Degradation über 20 Jahre insgesamt 4 bis 5 Prozent. Wer Ertrag sucht, schaut deshalb zuerst auf Schatten und erst zuletzt auf das Modulalter.

Für Bestandsanlagen heißt das: Ein Austausch funktionierender Module wegen Alterung lohnt praktisch nie. Sinnvoll ist er nur, wenn dieselbe Fläche mit modernen Modulen deutlich mehr Leistung trägt und die alte Anlage ohnehin aus der Förderung fällt. Ein Modultausch kostet mit Gerüst schnell 200 bis 400 Euro je Modul.

Quellen
  1. Fraunhofer ISE, Daten zu erneuerbaren Energien in Deutschland
  2. VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.