Wie viel Strom liefert eine Anlage je Kilowatt-Peak?
Der spezifische Ertrag ist die wichtigste Kennzahl für jede Anlage. Er lässt sich mit einer Multiplikation anwenden und ersetzt die meisten Verkaufsrechnungen.
Bild: KI-erzeugtIn Deutschland 900 bis 1.100 Kilowattstunden je Kilowatt-Peak und Jahr, im Süden eher am oberen Rand, an der Küste und im Mittelgebirge darunter. Ausrichtung und Verschattung verschieben den Wert zusätzlich.
Die Bandbreite in Deutschland
Die jährliche Globalstrahlung liegt zwischen etwa 950 Kilowattstunden je Quadratmeter an der Nordseeküste und über 1.250 im Süden Bayerns und in der Rheinebene. Daraus ergeben sich bei guter Ausrichtung spezifische Erträge von 900 bis 1.100 Kilowattstunden je Kilowatt-Peak. Eine Anlage mit 10 kWp liefert also grob 9.000 bis 11.000 Kilowattstunden im Jahr. Diese Spanne von 20 Prozent ist der Standortunterschied und lässt sich nicht beeinflussen.
Was den Wert nach unten zieht
Vier Faktoren. Eine Ausrichtung abweichend von Süden kostet bei Ost oder West 15 bis 25 Prozent. Eine sehr flache oder sehr steile Neigung kostet bis zu 10 Prozent. Verschattung kostet je nach Ausmaß 5 bis 25 Prozent. Und Verluste in Leitungen und Wechselrichter machen zusammen 5 bis 10 Prozent aus, die im spezifischen Ertrag bereits enthalten sind, wenn er wechselstromseitig gemessen wird.
Die Verteilung über das Jahr
Rund 70 Prozent des Jahresertrags fallen zwischen April und September an. Im Juni liefert eine Anlage typischerweise das Sechs- bis Achtfache des Dezemberwerts. Für die Auslegung heißt das: Wer im Winter autark sein will, müsste die Anlage um ein Vielfaches vergrößern, und der Sommerüberschuss ginge ungenutzt ins Netz. Deshalb wird nach Sommerdeckung ausgelegt, nicht nach Winterbedarf.
Wie man die eigene Anlage prüft
Jahresertrag aus dem Wechselrichter durch installierte Leistung teilen. Kommt ein Wert unter 850 Kilowattstunden je Kilowatt-Peak heraus, lohnt die Fehlersuche: Verschmutzung, ein ausgefallener Strang, eine defekte Bypassdiode oder ein falsch eingestellter Wechselrichter sind die häufigsten Ursachen. Über 1.150 liegt außerhalb des Erwartbaren und deutet eher auf einen Zählfehler hin.
Was die Degradation ausmacht
Module verlieren jährlich 0,3 bis 0,5 Prozent Leistung. Nach 20 Jahren liegt eine Anlage damit bei 90 bis 94 Prozent, nach 25 Jahren bei 88 bis 92 Prozent. In der Ertragsrechnung über 20 Jahre summiert sich das auf grob 4 bis 5 Prozent Gesamtverlust, was bei einer 10-kWp-Anlage etwa 8.000 Kilowattstunden über die Laufzeit entspricht.
Für die Planung genügt eine Faustregel: Anlagengröße in Kilowatt-Peak mal 950 ergibt den erwartbaren Jahresertrag in Kilowattstunden. Wer im Süden wohnt und ein gutes Süddach hat, rechnet mit 1.050.
Vergleichen Sie Angebote deshalb an dieser Zahl. Ein Angebot, das 1.200 Kilowattstunden je Kilowatt-Peak verspricht, rechnet mit Werten, die es in Deutschland nicht gibt.
Zur Einordnung der Monatsverteilung: Eine 10-kWp-Anlage liefert im Juni typischerweise 1.100 bis 1.400 Kilowattstunden, im Dezember 150 bis 300. Wer im Winter mit Wärmepumpe rechnet, muss diese Kurve kennen und darf nicht mit dem Jahresmittel planen.
Und beachten Sie den Unterschied zwischen Gleichstrom- und Wechselstromertrag. Manche Angebote nennen den Ertrag vor dem Wechselrichter, also 5 bis 8 Prozent höher als das, was tatsächlich am Zähler ankommt.