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Photovoltaik · Ertrag & Kosten

Lohnt es sich, eine Anlage zu finanzieren?

Eine Anlage ist eine Investition mit planbarem Rückfluss. Damit lässt sich die Frage der Finanzierung wie bei jeder anderen Investition beantworten.

Lohnt es sich, eine Anlage zu finanzieren?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Solange der Zins unter der Rendite der Anlage liegt, ja. Bei 4 bis 6 Prozent Rendite und einem Kredit zu 4 bis 6 Prozent ist die Rechnung knapp, mit Förderkredit häufig positiv.

Die Rendite der Anlage

Bei einem Anschaffungspreis von 15.000 Euro und einem Jahresnutzen von 1.500 Euro liegt die einfache Rendite bei 10 Prozent, abzüglich Betriebskosten von 250 Euro bei rund 8 Prozent. Über die gesamte Laufzeit gerechnet, unter Berücksichtigung von Degradation, Wechselrichtertausch und Betriebskosten, bleiben typischerweise 4 bis 7 Prozent. Diese Zahl ist der Maßstab, gegen den ein Kreditzins zu halten ist.

Der Vergleich mit dem Kredit

Liegt der effektive Zins darunter, arbeitet die Anlage die Finanzierung ab und erzeugt darüber hinaus Überschuss. Liegt er darüber, zahlt der Betreiber drauf. Bei einem Kredit über 15.000 Euro, 5 Prozent effektivem Zins und 15 Jahren Laufzeit beträgt die Rate rund 119 Euro im Monat, also 1.428 Euro im Jahr. Das liegt knapp unter dem Jahresnutzen von 1.500 Euro, und die Anlage trägt sich damit gerade selbst.

Warum die Rate zur Ersparnis passen sollte

Der Nutzen entsteht über das Jahr verteilt, die Rate ist monatlich gleich. Im Winter liefert die Anlage wenig, im Sommer viel. Wer die Rate so wählt, dass sie unter dem durchschnittlichen Monatsnutzen liegt, hat auch im Januar keine Lücke. Eine Laufzeit, die zur erwarteten Nutzungsdauer passt, ist sinnvoller als eine kurze mit hoher Rate.

Förderkredite

Für Photovoltaik und Speicher gibt es zinsverbilligte Kredite über die staatliche Förderbank, beantragt über die Hausbank. Die Zinssätze liegen häufig unter denen frei vereinbarter Ratenkredite, die Laufzeiten sind länger und tilgungsfreie Anlaufjahre möglich. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden, und genau daran scheitert er häufig: Wer bereits bestellt hat, kommt nicht mehr hinein.

Was gegen die Finanzierung spricht

Wer das Geld verfügbar hat und keine höher verzinste Alternative kennt, fährt ohne Kredit besser, weil Zinsen und Bearbeitungskosten entfallen. Für viele Haushalte ist die Frage ohnehin eine andere: Sie lautet nicht Kredit gegen Eigenkapital, sondern Kredit gegen Pacht. Und dieser Vergleich fällt fast immer zugunsten des Kredits aus.

Rechnen Sie mit dem effektiven Jahreszins, nicht mit dem nominalen. Der Unterschied beträgt bei Ratenkrediten häufig 0,3 bis 0,8 Prozentpunkte.

Und prüfen Sie die Möglichkeit der Sondertilgung. Wer nach 5 Jahren einen Teil ablösen kann, verkürzt die Zinslast erheblich, ohne sich heute festzulegen.

Ein Punkt zur Absicherung: Die Anlage sollte nicht als Sicherheit dienen, wenn sich das vermeiden lässt. Ein Grundpfandrecht für 15.000 Euro belastet die Immobilie über Jahre und erschwert spätere Finanzierungen.

Ein Hinweis zur Bewertung: Vergleichen Sie nicht Rate gegen Ersparnis, sondern Gesamtkosten gegen Gesamtnutzen über die Laufzeit. Ein Kredit über 15.000 Euro zu 5 Prozent und 15 Jahren kostet insgesamt rund 21.400 Euro, die Anlage liefert über 20 Jahre einen Nutzen von 28.000 bis 32.000 Euro. Der Überschuss bleibt, auch wenn die Rate zwischenzeitlich hoch wirkt.

Und behalten Sie die Restschuld im Blick, falls das Haus verkauft wird. Ein Kredit ohne Grundpfandrecht lässt sich einfacher ablösen als einer mit.

Quellen
  1. Statistisches Bundesamt
  2. § 3 EStG, Steuerfreie Einnahmen (Gesetze im Internet)
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.