Wie schneidet Photovoltaik gegenüber einer Geldanlage ab?
Der Vergleich hinkt in beide Richtungen, ist aber die Frage, die viele Käufer tatsächlich bewegt. Er lässt sich fair führen, wenn man vier Unterschiede benennt.
Bild: KI-erzeugtMit 4 bis 7 Prozent Rendite über 20 Jahre liegt sie über festverzinslichen Anlagen und unter langfristigen Aktienrenditen. Anders als beide ist sie steuerfrei und unabhängig vom Kapitalmarkt.
Die Renditerechnung
Eine Anlage für 15.000 Euro mit einem Jahresnutzen von 1.500 Euro und Betriebskosten von 250 Euro liefert 1.250 Euro netto. Über 20 Jahre, unter Berücksichtigung von Degradation und einem Wechselrichtertausch, ergibt sich eine interne Verzinsung von grob 4 bis 7 Prozent. Dieser Wert schwankt vor allem mit dem Strompreis: Bei 30 Cent liegt er am unteren Rand, bei 42 Cent deutlich darüber.
Der Steuervorteil
Erträge aus Kapitalanlagen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Eine private Photovoltaikanlage bis 30 Kilowatt-Peak ist dagegen einkommensteuerfrei. Eine Rendite von 5 Prozent nach Steuern entspricht damit einer Kapitalanlage mit rund 6,8 Prozent vor Steuern. Dieser Unterschied wird in Vergleichsrechnungen fast immer vergessen.
Die Unterschiede in der Sicherheit
Die Anlage liefert unabhängig von Kursen, aber abhängig vom Strompreis und vom eigenen Verbrauch. Sinkt der Strompreis, sinkt der Nutzen. Zieht der Haushalt aus, verschiebt sich alles. Die Anlage ist zudem nicht liquide: Sie lässt sich nicht in Teilen verkaufen und ist an das Gebäude gebunden. Wer kurzfristig Geld braucht, kommt nicht heran.
Das Klumpenrisiko
15.000 Euro in einer einzigen technischen Anlage auf einem einzigen Dach sind das Gegenteil von Streuung. Ein Brand, ein Sturm oder ein Hagelschaden können sie treffen, dagegen hilft eine Versicherung. Ein Hausverkauf oder eine Trennung berühren sie ebenfalls. Diese Risiken sind real, aber überschaubar und im Vergleich zu einem Einzelaktieninvestment gering.
Was den Vergleich unfair macht
Eine Anlage ist keine reine Geldanlage, sondern zugleich eine Absicherung gegen steigende Strompreise. Wer 2.800 Kilowattstunden selbst erzeugt, ist gegen eine Verdopplung des Arbeitspreises in genau diesem Umfang immun. Diesen Versicherungswert bildet keine Renditerechnung ab, und er ist für viele Haushalte der eigentliche Grund für die Anschaffung.
Zur Einordnung: Über 25 Jahre erwirtschaftet eine Anlage für 15.000 Euro einen Gesamtnutzen von grob 30.000 bis 38.000 Euro. Das Doppelte des Einsatzes ist damit ein realistischer Erwartungswert.
Wer die Entscheidung rein finanziell trifft, sollte mit dem eigenen Strompreis und ohne unterstellte Preissteigerung rechnen. Fällt das Ergebnis dann noch positiv aus, trägt es auch ungünstigere Annahmen.
Und vergleichen Sie nicht mit dem Tagesgeldzins von heute, sondern mit dem, was über 20 Jahre erreichbar wäre. Genau diese Frist ist der Maßstab, und über sie hat die Anlage den Vorteil der Berechenbarkeit.
Ein letzter Punkt betrifft die Wertsteigerung der Immobilie. Eine funktionierende Anlage mit laufender Vergütung erhöht den Verkaufswert, und sie senkt die Betriebskosten, was bei Käufern zunehmend zählt.
Diese Wirkung ist schwer zu beziffern und wird deshalb in Renditerechnungen weggelassen. Sie fällt aber zugunsten der Anlage aus und nicht dagegen.