Was kostet der Betrieb einer Anlage im Jahr?
Photovoltaik gilt als wartungsarm, und das stimmt. Wartungsfrei ist sie nicht, und die laufenden Kosten fehlen in fast jeder Angebotsrechnung.
Bild: KI-erzeugtGrob 150 bis 400 Euro im Jahr für Versicherung, Messstellenbetrieb und eine Rücklage für Wartung. Wer den Wechselrichtertausch einrechnet, kommt auf 250 bis 500 Euro.
Die festen Posten
Der Messstellenbetrieb kostet je nach Zählerart 20 bis 130 Euro im Jahr. Die Versicherung liegt bei 60 bis 150 Euro, entweder als Zuschlag zur Gebäudeversicherung oder als eigene Police. Beides zusammen ergibt 80 bis 280 Euro. Diese Beträge fallen ab dem ersten Jahr an und laufen über die gesamte Nutzungsdauer.
Die wiederkehrende Prüfung
Eine Prüfung der elektrischen Anlage mit Messprotokoll kostet 200 bis 450 Euro und wird üblicherweise alle 4 Jahre empfohlen, manche Versicherer verlangen sie. Auf das Jahr gerechnet sind das 50 bis 110 Euro. Geprüft werden Isolationswiderstände, Steckverbinder, Erdung, Befestigung und die Funktion der Schutzeinrichtungen. Diese Prüfung findet Fehler, bevor sie Ertrag kosten oder gefährlich werden.
Die Rücklage für den Wechselrichter
Er hält 10 bis 15 Jahre, ein Austausch kostet 1.200 bis 2.500 Euro. Über 20 Jahre gerechnet ist mindestens ein Tausch wahrscheinlich, das entspricht 60 bis 125 Euro im Jahr. Wer eine verlängerte Garantie abgeschlossen hat, verschiebt diesen Posten, beseitigt ihn aber nicht. Bei einem Speicher kommt dessen Ersatz nach 12 bis 18 Jahren hinzu.
Was normalerweise nicht anfällt
Reinigung ist bei geneigten Dächern ab etwa 15 Grad in der Regel entbehrlich, weil Regen ausreicht. Ein Modultausch ist selten, die Ausfallraten liegen bei 0,05 bis 0,1 Prozent im Jahr. Und mechanische Wartung an der Unterkonstruktion beschränkt sich auf eine Sichtprüfung, die im Rahmen der elektrischen Prüfung miterledigt wird.
Wartungsverträge
Sie kosten je nach Umfang 100 bis 300 Euro im Jahr und enthalten meist eine jährliche Sichtprüfung, eine Ertragskontrolle und eine Reaktionszusage im Störungsfall. Für eine kleine Anlage mit funktionierendem Monitoring ist das entbehrlich, weil die Ertragskontrolle jeder selbst machen kann. Für Anlagen ohne Fernüberwachung oder bei Vermietung kann er sinnvoll sein.
Zur Einordnung über 20 Jahre: 200 Euro im Jahr ergeben 4.000 Euro, 400 Euro ergeben 8.000 Euro. Bei einem Anschaffungspreis von 15.000 Euro ist das ein erheblicher Anteil, und er gehört in jede Amortisationsrechnung.
Der wichtigste Beitrag zur Betriebssicherheit kostet dagegen nichts: einmal im Monat den Ertrag im Portal ansehen und mit dem Vormonat und dem Vorjahr vergleichen.
Zur Einordnung im Verhältnis zum Ertrag: Bei einem Jahresnutzen von 1.500 Euro und Betriebskosten von 300 Euro bleiben 1.200 Euro. Die Betriebskosten fressen also rund ein Fünftel des Nutzens, und genau dieser Anteil fehlt in optimistischen Rechnungen.
Legen Sie deshalb von Anfang an eine Rücklage an. 150 Euro im Jahr über 15 Jahre ergeben 2.250 Euro und decken einen Wechselrichtertausch vollständig ab. Bewahren Sie außerdem jede Rechnung auf: Prüfprotokolle und Servicebelege sind bei einem Hausverkauf und im Versicherungsfall der Nachweis, dass die Anlage ordentlich betrieben wurde. Ohne sie steht der Betreiber im Streitfall ohne Beleg da.