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Was bringen bifaziale Module?

Bifaziale Module sind seit Jahren Standard in Freiflächenanlagen und wandern langsam auf Dächer. Ihr Mehrwert hängt fast vollständig davon ab, was unter ihnen liegt.

Was bringen bifaziale Module?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Sie nutzen zusätzlich das von hinten einfallende Licht und liefern je nach Untergrund 5 bis 20 Prozent mehr Ertrag. Auf einem gewöhnlichen Steildach bringt das fast nichts, auf hellem Flachdach viel.

Wie sie funktionieren

Statt einer undurchsichtigen Rückseitenfolie tragen sie eine zweite Glasscheibe, und die Zellen sind auch von hinten lichtempfindlich. Licht, das am Modul vorbeigeht und vom Untergrund zurückgeworfen wird, trägt zusätzlich zum Ertrag bei. Der Bifazialitätsfaktor gibt an, wie empfindlich die Rückseite im Verhältnis zur Vorderseite ist, üblich sind 65 bis 85 Prozent.

Warum der Untergrund entscheidet

Der Zugewinn hängt vom Reflexionsgrad der Fläche unter dem Modul ab. Heller Kies oder eine weiße Dachbahn werfen 50 bis 80 Prozent des Lichts zurück, dunkle Bitumenbahnen 10 bis 20 Prozent, Gras etwa 20 bis 25 Prozent, Schnee über 80 Prozent. Auf einem hellen Flachdach mit aufgeständerten Modulen und 50 Zentimetern Abstand zur Fläche sind 10 bis 20 Prozent Mehrertrag erreichbar. Auf einem Ziegeldach mit 8 Zentimetern Abstand über dunklen Ziegeln bleiben davon 1 bis 3 Prozent.

Der Aufbau als zweiter Faktor

Neben der Reflexion zählt der Abstand zur Fläche und die Verschattung durch die Unterkonstruktion. Schienen, Ballastwannen und dichte Reihen verdecken die Rückseite. Wer bifazial nutzen will, plant deshalb höhere Aufständerung, größere Reihenabstände und eine helle Fläche darunter. Alle drei Maßnahmen kosten Fläche oder Geld, und ihr Nutzen muss gegen einfach mehr Module gerechnet werden.

Der Aufpreis

Glas-Glas-Module kosten je nach Markt 5 bis 15 Prozent mehr als vergleichbare Glas-Folie- Module und wiegen mehr, üblich sind 22 bis 28 Kilogramm gegenüber 19 bis 23 Kilogramm. Das Mehrgewicht ist für die Statik relevant, wenn ein Dach an der Grenze liegt. Dafür sind sie mechanisch stabiler und tragen häufig längere Garantien.

Wo sie sich klar lohnen

Auf Flachdächern mit heller Abdichtung, auf Carports mit hellem Untergrund, bei Ost-West-Aufständerung mit großen Reihenabständen und bei senkrechter Montage an Zäunen und Fassaden, wo beide Seiten Licht bekommen. Bei senkrechter Ost-West-Aufstellung ergibt sich zusätzlich ein Ertragsverlauf mit zwei Spitzen, der gut zum Verbrauch passt.

Zur Einordnung: Wer auf einem Steildach 5 Prozent Mehrertrag durch bifaziale Module erwartet, zahlt 10 Prozent Aufpreis für 2 Prozent Ertrag. Wer dieselbe Summe in ein zusätzliches Modul steckt, bekommt bei 24 Modulen rund 4 Prozent mehr Leistung.

Fragen Sie deshalb nach dem erwarteten Bifazialgewinn für Ihr konkretes Dach, mit Angabe des angenommenen Reflexionsgrads. Ohne diese Zahl ist der Aufpreis nicht bewertbar.

Ein Hinweis zur Messung: Der angegebene Bifazialgewinn stammt aus Prüfbedingungen mit definiertem Reflexionsgrad, häufig 20 oder 30 Prozent. Wer auf einem dunklen Ziegeldach mit 10 Prozent Reflexion baut, bekommt weniger als die Hälfte davon.

Und beachten Sie das Gewicht: 24 Glas-Glas-Module wiegen 70 bis 120 Kilogramm mehr als Glas-Folie-Module. Bei einem Dach an der statischen Grenze entscheidet das über die Machbarkeit. Auf einem Flachdach mit heller Bahn und 30 Zentimetern Aufständerung ist der Gewinn dagegen belegbar und liegt bei 8 bis 15 Prozent.

Quellen
  1. Fraunhofer ISE, Daten zu erneuerbaren Energien in Deutschland
  2. VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.