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Was unterscheidet Stringwechselrichter von Modulwechselrichtern?

Der Wechselrichter ist das kurzlebigste Bauteil einer Anlage und das einzige, bei dem die Bauform über den Ertrag bei ungünstigen Dächern entscheidet.

Was unterscheidet Stringwechselrichter von Modulwechselrichtern?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Ein Stringwechselrichter wandelt den Strom mehrerer in Reihe geschalteter Module gemeinsam um, ein Modulwechselrichter sitzt an jedem Modul einzeln. Letzterer ist unempfindlich gegen Verschattung, aber teurer.

Der Stringwechselrichter

Mehrere Module werden in Reihe geschaltet, dieser Strang liefert eine hohe Gleichspannung, und ein zentrales Gerät wandelt sie in Wechselstrom. Das ist die verbreitetste Bauform, weil sie günstig ist und einen hohen Wirkungsgrad erreicht, üblich sind 97 bis 98 Prozent. Der Nachteil folgt aus der Reihenschaltung: Der schwächste Teilnehmer bestimmt den Strom. Wird ein Modul verschattet, sinkt die Leistung des gesamten Strangs, auch wenn die übrigen Module voll in der Sonne liegen. Moderne Geräte begrenzen das über mehrere unabhängige Regelbereiche, aufheben können sie es nicht.

Der Modulwechselrichter

Jedes Modul bekommt ein eigenes kleines Gerät, das direkt Wechselstrom liefert. Verschattung wirkt sich dann nur auf das betroffene Modul aus. Zusätzlich entfällt die hohe Gleichspannung auf dem Dach, was sicherheitstechnisch ein Vorteil ist. Der Preis liegt deutlich höher, je Modul kommen grob 100 bis 200 Euro hinzu, und bei 20 Modulen sind das 2.000 bis 4.000 Euro. Zudem sitzen 20 elektronische Geräte auf dem Dach, deren Austausch jeweils ein Gerüst erfordert.

Die Zwischenlösung: Leistungsoptimierer

Sie sitzen ebenfalls an jedem Modul, wandeln aber nicht um, sondern regeln nur den Arbeitspunkt. Der Strang läuft weiter auf einen zentralen Wechselrichter. Damit lässt sich der Verschattungsverlust weitgehend vermeiden, bei geringeren Kosten als beim Modulwechselrichter, üblich sind 60 bis 120 Euro je Modul. Viele Systeme bieten zusätzlich eine Abschaltung auf Modulebene, was im Brandfall den Strang spannungsfrei macht.

Wann sich der Aufpreis lohnt

Nur bei echter Verschattung. Ein Schornstein, ein Baum, eine Gaube oder ein Nachbargebäude, das über Stunden Schatten wirft, kostet ohne Optimierung schnell 10 bis 25 Prozent Jahresertrag. Bei einem freien Süddach ohne jede Verschattung bringt die Zusatztechnik dagegen nichts außer zusätzlichen Fehlerquellen. Ein seriöses Angebot begründet den Einsatz mit einer Verschattungsanalyse, nicht mit einem allgemeinen Sicherheitsargument.

Lebensdauer und Ersatz

Stringwechselrichter halten typischerweise 10 bis 15 Jahre, ein Austausch kostet je nach Leistung 1.200 bis 2.500 Euro. Modulwechselrichter und Optimierer tragen längere Garantien, meist 20 bis 25 Jahre, dafür ist der Tausch aufwendiger. In der Lebenszykluskostenrechnung über 25 Jahre liegen die Systeme deshalb näher beieinander, als der Angebotspreis vermuten lässt.

Prüfen Sie beim Angebot, ob ein Wechselrichtertausch einkalkuliert ist. Er ist bei einer Laufzeit von 20 Jahren wahrscheinlich, taucht in Wirtschaftlichkeitsrechnungen aber selten auf.

Und achten Sie auf den Aufstellort: Ein Wechselrichter im ungedämmten Dachboden arbeitet im Sommer bei 50 Grad und altert schneller. Ein kühler, trockener Kellerraum mit kurzer Leitung zum Zählerschrank ist die bessere Wahl.

Zur Einordnung des Verschattungsverlusts: Ein einzelnes Modul, das über 3 Stunden am Tag zu einem Drittel verschattet ist, kostet in einem Strang aus 10 Modulen ohne Optimierung leicht 8 bis 15 Prozent des Jahresertrags dieses Strangs. Bei 5 kWp und 4.750 kWh sind das 380 bis 710 kWh, also 30 bis 57 Euro Einspeisung oder bis zu 250 Euro vermiedener Bezug.

Quellen
  1. VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
  2. Fraunhofer ISE, Daten zu erneuerbaren Energien in Deutschland
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.