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Was sagt der Wirkungsgrad eines Moduls aus?

Der Wirkungsgrad steht groß in jedem Prospekt und wird regelmäßig als Qualitätsmerkmal verkauft. Er beantwortet aber nur eine einzige Frage.

Was sagt der Wirkungsgrad eines Moduls aus?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Er sagt, wie viel Leistung ein Modul je Quadratmeter liefert. Für den Jahresertrag je Kilowatt-Peak ist er fast bedeutungslos, für die Frage, wie viel Leistung auf ein Dach passt, entscheidend.

Was er misst

Der Modulwirkungsgrad ist das Verhältnis der abgegebenen elektrischen Leistung zur eingestrahlten Lichtleistung unter Standardtestbedingungen. Marktübliche Module liegen heute bei 20 bis 23 Prozent. Bei einer Einstrahlung von 1.000 Watt je Quadratmeter liefert ein Modul mit 21 Prozent also 210 Watt je Quadratmeter. Daraus folgt unmittelbar die Modulleistung: Ein Modul mit 2 Quadratmetern Fläche und 21 Prozent hat rund 420 Watt.

Warum er den Jahresertrag kaum beeinflusst

Der spezifische Jahresertrag wird in Kilowattstunden je Kilowatt-Peak gemessen, und das Kilowatt-Peak enthält den Wirkungsgrad bereits. Zwei Anlagen mit je 10 kWp liefern vergleichbare Erträge, auch wenn eine 45 und die andere 52 Quadratmeter belegt. Der Wirkungsgrad entscheidet also über die Fläche, nicht über den Ertrag je installierter Leistung.

Wann er trotzdem wichtig ist

Immer dann, wenn die Fläche begrenzt ist. Auf einem kleinen Dach mit 40 Quadratmetern nutzbarer Fläche ergeben 21 Prozent rund 8,4 kWp, 18 Prozent nur 7,2 kWp. Das sind 1.100 bis 1.300 kWh Unterschied im Jahr. Bei großen Flächen ohne Beschränkung zählt dagegen der Preis je Kilowatt-Peak, und dort sind Module mit etwas geringerem Wirkungsgrad häufig günstiger.

Die Werte, die tatsächlich Ertragsunterschiede machen

Vier andere Angaben im Datenblatt: der Temperaturkoeffizient der Leistung, üblich minus 0,3 bis minus 0,4 Prozent je Grad. Das Schwachlichtverhalten, angegeben als Wirkungsgrad bei 200 Watt je Quadratmeter. Die Leistungstoleranz, heute meist 0 bis plus 5 Watt. Und der jährliche Degradationswert. Diese vier zusammen erklären Ertragsunterschiede von 2 bis 5 Prozent zwischen Modulen gleicher Nennleistung.

Der Zellwirkungsgrad als Marketingzahl

Manche Datenblätter nennen den Wirkungsgrad der Zelle statt des Moduls. Er liegt 1 bis 3 Prozentpunkte höher, weil Rahmen, Abstände und Anschlüsse nicht mitgerechnet werden. Für den Käufer ist nur der Modulwirkungsgrad relevant, denn er bestimmt, wie viel Leistung auf eine gegebene Fläche passt.

Zur Einordnung: Zwischen dem besten und einem durchschnittlichen Modul liegen heute etwa 3 Prozentpunkte Wirkungsgrad. Auf einem 50-Quadratmeter-Dach sind das rund 1,5 kWp und damit 1.400 kWh im Jahr.

Vergleichen Sie deshalb Angebote nach Kilowatt-Peak auf der verfügbaren Fläche und nach Preis je Kilowatt-Peak, nicht nach Modulanzahl. Zwei Angebote mit 20 Modulen können sich um 20 Prozent in der Leistung unterscheiden.

Achten Sie außerdem auf die Modulabmessungen. Zwei Module mit gleicher Leistung können sich in der Breite um 10 Zentimeter unterscheiden, und auf einem Dach mit fester Sparrenteilung entscheidet das über eine ganze Reihe.

Eine Reihe sind bei 430-Watt-Modulen schnell 2 bis 3 kWp, also 1.900 bis 2.800 kWh im Jahr. Dieser Effekt ist größer als jeder Unterschied im Wirkungsgrad zwischen zwei marktüblichen Modulen. Lassen Sie sich deshalb einen Belegungsplan zeigen, nicht nur eine Modulzahl.

Quellen
  1. Fraunhofer ISE, Daten zu erneuerbaren Energien in Deutschland
  2. VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.